Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)

Zweiter Generalsturm der Belagerer am 3. August 1686. 73 0. Anglist. 7. August. 8. August. fallende Bombe verwundete den Grafen Blois, Obristwachtmeister im Regimente Thüngen. -—• Die Kaiserlichen setzten an diesem Tage wieder drei Mineurs in Thätigkeit; zwei im Graben gegen die zweite Mauer und einen gegen den vom Feinde in der Nähe des eroberten Eck- rundells erbauten Abschnitt. — Die Bayern brachten ihre Contravallations- Linie mit derjenigen des Herzogs von Lothringen in Verbindung, warfen ihre alte, vom Lager weit entfernte Schiffbrücke ab und schlugen eine neue, innerhalb des von der Contravallations-Linie umschlossenen Raumes. Am ö. August brachte eine vom Grafen Batthyányi auf Streifung abgesendete Abtheilung mehrere türkische Gefangene in das Lager ein. Letztere berichteten, dass der Seraskier mit 20.000 Mann bei Stuhlweissenburg stebe und die Armee des Grossvezirs in raschem Anmärsche begriffen sei. Auf diese Nachricht hin, Hess der Herzog sofort seine Kranken und Verwundeten, seinen entbehrlichen Train und einen Tlieil seiner Czaiken nach der St. Andreas-Insel in Sicher­heit bringen. — Die Bayern sprengten eine Mine, die viele Erde in die vom Feinde neu erbauten Abschnitte schleuderte, und armirten eine eben vollendete Batterie mit 5 Geschützen, welche mit vorzüglichem Erfolge gegen den mittleren Tract des Schlosses arbeiteten. Die Ausfüllung des Grabens, mit welcher von den Kaiserlichen emsig fortgefahren worden war, erfuhr am folgenden Tage (7. August) eine wesentliche Störung. Es gelang nämlich dem Feinde die in den Graben gerollten Fässer mit Brandpfeilen und Pechkränzen in Flammen zu setzen und die bisherige Arbeit der Belagerer grösstentheils zu vernichten. Auch das heftige Feuer des Gegners richtete erheblichen Schaden an, besonders eine Bombe, die mitten in eine Abtheilung schwäbischer Truppen schlug. — Alle Regimenter rückten an diesem Tage in die ihnen neu zugewiesenen Lagerplätze ein, wobei sie durch das türkische Geschütz einige Verluste erlitten. Die in grosser Eile hergestellte Contravallations-Linie wurde bis auf einige wenige Objecte vollendet und theilweise bereits mit Geschützen armirt. Die Bresche in der Ringmauer der unteren Stadt, welche mit Palissaden versperrt worden, erhielt eine stärkere Besatzung. — Der Herzog von Lothringen schlug sein Hauptquartier nun definitiv in der Nähe des schwäbischen Lagers auf dem grossen Schwabenberge auf. Hier empfing er die Meldung, dass der General Graf Schulz, Commandant des Corps zwischen der Drau und Save, nach kurzer Krankheit gestorben sei. — Auf bayerischer Seite wurde eine Minengalerie unter die Grundmauern des durch das Belagerungs-Geschütz schon schwer­beschädigten Schlosses vorgetrieben. Am 8. August erschien die Spitze der Vorhut der Entsatz­armee des Grossvezirs Suleiman auf den Höhen bei Promontor („Vorgebirge des Zuckerbissens“). Diese Vortruppe, aus ungefähr

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