Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)

Erfolgloser Sturm der Kaiserlichen am 13. Juli 1683. 53 14. Juli. 15. Juli. 10. Juli. allen andern die zahlreichen Volontärs — nachrückten und die vor­deren Kämpfer an die Palissaden andrängten. Es war dieser Sturm, in welchem sich während des Ringens der Einsatz der Belagerer stetig steigerte, nicht die erste Verlegenheit, die der übergrosse Kampf­eifer der Volontärs, denen der Herzog schon einige Tage vorher jedes eigenmächtige Harceliren mit dem Gegner hatte untersagen müssen, bereitete. Der Rest der Nacht auf den 14. Juli wurde zur Herstellung der in den Laufgräben entstandenen Beschädigungen benützt. Da die Infanterie bedeutende Verluste erlitten hatte und durch den, bis in die tiefe Nacht fortgesetzten Kampf sehr ermüdet war, wurden die gegen Pest detachirten Bataillone über den Strom zurückberufen und zur Reserve bestimmt. Als die Türken sich nur damit beschäftigten, ihre Todten am Stromufer zu beerdigen und die Bresche mit Fähn­lein und Feldzeichen zu schmücken, schritten auch die Belagerer zur Vornahme der Leichenfeier.— Geschossen wurde auf beiden Seiten viel weniger als an den vergangenen Tagen, während dafür die Arbeit unter der Erde desto emsiger fortschritt. Die Mine rechter Hand war ihrer Vollendung bereits nahe, die zur Linken aber durch die Spren­gungen, welche die Türken am Morgen des verflossenen Tages vor­genommen hatten, so beschädigt, dass sie aufgegeben werden musste. Unter den Verlusten der Kaiserlichen befand sich der Hauptmann Öllner des Regiments Neuburg, der bei der Ablösung erschossen worden. Auch für die Bayern verlief der Tag verhältnissmässig ruhig. Die Türken trafen zwar in den Nachmittagsstunden Vorbereitungen zu einem Ausfälle und Hessen eine Mine springen, welche jedoch nur die Erde aufriss und weiter keinen Schaden that. Dieser Miss­erfolg veranlasste sie, von ihrem Vorhaben abzulassen. Am 15. Juli begannen die Kaiserlichen aus den Mörsern Hand­granaten in die Festung zu werfen, welches nach den Worten von Lothringen’s Tagebuch einen „gar gueten effect“ hervorbrachte. -— Die Bayern tracirten auf dem Spiessberge eine neue, für drei Feldstücke bestimmte Batterie und arbeiteten an der Fortsetzung ihrer Contra- vallationslinie. -— Auf dem linken Donau-Ufer wurden mehrere Briefe des Pascha von Erlau gefunden, in welchen die Ankunft der Armee des Grossvezirs in nahe Aussicht gestellt und die Besatzung von Ofen zur Beharrlichkeit ermahnt wurde. In der folgenden Nacht (auf den 16. Juli) schnitten die Kaiser­lichen ausserhalb der untern Stadtmauer eine neue Linie ein, die hauptsächlich dazu bestimmt war, die Communication mit den Re­douten im Thale St. Paul herzustellen. — Auf dem linken Strom­ufer wurden die Schanzen bei Pest und die Retranchements zum Schutze der Schiffbrücke vollendet. Der FZM. Prinz Croy traf im kaiserlichen Lager ein. — Ein Überläufer erzählte, dass die Türken

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