Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1885)
Die Ernährung und Leistungsfähigkeit der k. k. Truppen im Felde, von der Zeit des 30jährigen Krieges bis zur Gegenwart
*) Mittlieilungen des Kriegs-Archivs: Der Feldzug 1690 in Serbien und Siebenbürgen. Als besonders bemerkenswerth müssen von der reichen Zahl hervorragender Operationen und Leistungen kaiserlicher Truppen nachstehende Beispiele dieser Epochen bezeichnet werden. Im Jahre 1625, während des Feldzuges gegen Dänemark, brach Wallenstein, zur Vereinigung mit den Truppen Tilly’s, am 3. September mit einem Heere von 20.000 Mann von Eger auf und schon am' 9. September stand er bei Schweinfurt (24 Meilen = 180km). Hierauf schlug er die Lüneburgischen Truppen bei Göttingen und Allefeld und vereinigte sich Ende September mit Tilly nächst Hildesheim (36, Meilen = 270km). Nicht durch Raschheit der Bewegung, aber durch die Länge des Marsches und die dadurch schwierige Verpflegung bemerkenswerth ist die Operation Wallenstein’s gegen Mannsfeld im Jahre 1626. Am 1. August brach er von Zerbst auf, marschirte durch Schlesien und Mähren an die Waag (circa 110 Meilen = 825km) und traf daselbst Ende September ein. Eine durch besondere Schnelligkeit ausgezeichnete Leistung ist hingegen die Vorrückung Wallenstein’s aus Schlesien zur Besitznahme von Mecklenburg im Jahre 1627. In der Zeit vom 19. bis 30. August legte er mit 40.000 Mann die 50 Meilen (375km) lange Strecke von Sagan bis Dömitz zurück, also über 31km per Tag. Nicht mindere Anerkennung muss den Operationen Tilly’s, Pappenheim’s und Johann von Werth gezollt werden. Während im Jahre 1690 die kaiserliche Hauptarmee unter Markgraf Ludwig von Baden bei Jagodina in Serbien stand, brach der aufständische Fürst Thököly mit 16.000 Mann durch den Törzburger Pass in Siebenbürgen ein. Der Markgraf, rasch entschlossen, beschloss Serbien zu räumen und im schnellen Marsche Siebenbürgen zu erreichen. Am 4. September überschritt die kaiserliche Armee bei Semendria die Donau, am 8. desselben Monats hatte sie über Uj-Palanka Karan- sebes erreicht, nahm dort die Abtheilung Heister’s auf, sicherte sich gegen Widdin, setzte am 19. den Marsch durch den Eisernen Thor- Pass fort, stand am 22. bei Udvarhely nächst Hátszeg und traf am 30. September in Hermannstadt ein *). Die Armee des Markgrafen machte sonach in 17 Marschtagen in einem Gebirgslande 50 deutsche Meilen oder 375km, also per Tag 22km. Nach diesem die Kräfte des Heeres sehr in Anspruch nehmenden Marsche begannen nun die Operationen, während welcher Zeit die Armee „von Tag zu Tag auf’s Geradewohl von der göttlichen Pro-