Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1885)

Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685

Der Feldzug gegen die Türken im Jalire 1685. 251 schaarenweise dem Kaiser und leisteten diesem, wie Petneházy und Andere, bald treffliche Dienste. Graf Petróczy, der vom Seraskier den Befehl erhalten hatte, Kaschau zu retten, dachte gar nicht daran, einen Entsatz zu versuchen, sondern setzte sich mit seinen Anhängern und Vertrauten in Kaschau in Verbindung und bewog diese, mit Caprara in Unterhandlung zu treten. Schon am 20. October erchienen Deputirte der Stadt im kaiserlichen Lager, stellten aber ganz absurde Bedingungen, darunter auch die, dass der Kaiser sich verpflichten solle, die Befreiung Thököly’s zu erwirken. Der Feldmarschall brach deshalb die Verhandlungen ab, liess am 21. wieder das Feuer eröffnen, den Bau einer zweiten Batterie in Angriff nehmen und Anstalten für die Überschreitung des Grabens treffen. Caprara drängte umsomehr zur Eile, da er die Ansicht hegte, die Vertheidiger von Kaschau wollten ihn mit ihren Capitulations-Vorschlägen täuschen und hinhalten, bis der Eintritt des Herbstwetters die Fortsetzung der Belagerung fraglich oder unmöglich machen würde. So berechtigt diese Voraus­setzung erschien, entbehrte sie diesmal des Grundes, da es der Bürgerschaft thatsächlich Ernst damit war, einen vorteilhaften Vergleich zum Abschlüsse zu bringen. Am 22. October schwieg das Geschütz; das Pactiren begann neuerdings und führte, da die Kaschauer manche ihrer Forderungen fallen Hessen, zum erwünschten Resultate. Noch an demselben Tage wurde die Capitulation unterzeichnet, welche in allen wesentlichen Punkten mit derjenigen der Bürger von Eperies übereinstimmend war. In Folge des abgeschlossenen Vertrages ver­hessen die Insurgenten am 24. die Stadt, und den nächsten Tag (25.) zog Caprara mit einer angemessenen Garnison in dieselbe ein. Der Feldmarschall schlug in Kaschau, wo er 80 Geschütze und einen ansehnlichen Vorrath von Munition vorfand, sein eigenes Winter­quartier auf. Nach dem Falle von Kaschau richtete Thököly’s Gemalin Schreiben an die Commandanten von Unghvár, Sáros-Patak, Zadvár und Régécz, in welchen sie diese von der ihrem Gatten beschworenen Pflicht entband und beauftragte, das weitere Verhalten nach der Noth- wendigkeit und dem eigenen Ermessen einzurichten. Diese Schreiben hatten zur Folge, dass in wenigen Tagen alle die genannten Plätze mit Capitulation den Kaiserlichen überlassen wurden, welche allein in Sáros-Patak ’) nicht weniger als 90, allerdings meist kleine Geschütze vorfanden. Schon am 6. November konnte Caprara die Details bei-ichten, „so bei denen mit accord eroberten Vöstungen Zadvár, Patak, Régécz undt Unghvár, dann mit dem Kelemessy, Petneházy und Galambos, als der plätzen commandanten und loss gemachten beeden 4 4) Sáros-Patak capitulirte erst nach einer kurzen, bedeutungslosen Verteidigung.

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