Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Major Wiener des Generstabs-Corps: Das Corps des FML. Friedrich Freiherrn von Hotze in Feldzuge 1799

missglückten Versuche. Die Franzosen werden mit beträchtlichen Ver­lusten über den Rhein geworfen und Graubünden von den Öster­reichern zurückerobert. Auch in Italien ergriffen die Franzosen zu Beginn des Krieges die Offensive, wurden aber nach den Kämpfen auf beiden Ufei’n der Etsch, welche in der für die österreichischen Waffen siegreichen Schlacht bei Magnano (5. April) culminirten, zum Rückzuge genöthigt. Die vereinigten Russen und Österreicher unter Suwarow erreichen successive den Chiese, Oglio und die Adda. Nach Forcirung des Überganges über letzteren Fluss findet Ende April der Einzug der Verbündeten in Mailand statt. Zur Wegnahme des St. Gotthard und Herstellung der Verbindung mit der Tiroler Armee finden Detachi- rungen gegen Norden statt. Weniger die consequente Ausbeutung der errungenen Vortheile und die Vernichtung des Gegners, vielmehr die Sicherung des eroberten Gebietes und die Einnahme der vom Feinde noch besetzten Festungen bildeten die wesentlichste Sorge der Führung des verbündeten Heeres. Die Tiroler Armee wird grösstentheils nach Italien gezogen. In der zweiten Hälfte Mai übersetzt die Armee des Erzherzogs bei Stein und unweit Schaffhausen, das Vorarlberger Corps bei Balzex-s und Meiningen den Rhein. Erstere operirt auf der Linie über Andel­fingen, letzteres mit dem Gros über St. Gallen auf Winterthur. Die Franzosen weichen successive hinter die Thur und Töss. Das Streben der Österreicher, die getrennt vorgehenden Heerestheile zu vereinigen, und jenes der Franzosen, diese Vereinigung zu hindern, führt zu den Gefechten bei und südlich Andelfingen, bei Frauenfeld etc., welche mit dem Rückzuge der Franzosen enden. Die österreichischen Heerestheile bewirken am 27. Mai in der Gegend von Winterthur ihre Vereinigung. Mit Ausnahme des gegen die Linth vorgeschobenen rechten Flügels der Franzosen, welcher gegenüber den längs dem Wallenstädter See vorgehenden schwächeren Kräften der Österreicher die Oberhand behielt, ziehen sich erstere hinter die Glatt und in die verschanzte Stellung von Zürich zurück. Am 4. Juni griff die österreichische Armee in fünf Colonnen diese Stellung an. Der gegen die Front geführte Hauptstoss kam vor den Ver­schanzungen zum Stehen. Der französische Feldherr wartete neue Angriffe nicht ab, sondern räumte die Stellung. Die vortheilhafte Vertheidigungslinie der Höhen am linken Ufer der Sihl, Uetli-Albis-Berg, bildet die neue Aufstel­lung. Die nächsten Operationen der Österreicher beschränkten sich

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