Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)
Major Edlen von Angeli: 1812. Die Theilnahme des k. k. österreichischen Auxiliar-Corps unter Commando des G. d. C. (später Feldmarschalls) Fürsten Carl zu Schwareznberg im Feldzuge Napoleon I. gegen Russland
sich dorthin zu verfügen, wo er dem Herzoge von Bassano die ausserordentliche Nothlage des Auxiliar-Corps vorstellte und ihn mit Berufung auf die zwischen Kaiser Franz und Napoleon in Dresden getroffene Vereinbarung um die Flüssigmachung der rückständigen Vorschüsse ersuchte. Der Herzog von Bassano beschränkte zieh zuerst auf nichtssagende Redensarten und erklärte schliesslich, dass er in dieser Angelegenheit nicht entscheiden könne, sondern erst die Befehle seines Kaisers einholen müsse, worüber jedoch, besonders bei den obwaltenden Umständen, leicht einige Wochen vergehen könnten. Die „Umstände“ haben in der That noch mehr gethan, — sie schnitten kurz darauf jede Verhandlung für immer ab; dem österreichischen Auxiliar-Corps aber erwuchsen aus dem Wortbruche Napoleon’s Verhältnisse, wie sie bei Armeen des XIX. Jahrhunderts nie und nirgends sonst vorkamen. Obwohl der Bedarf an Geld für den ersten Monat (Juni) der Thätigkeit des Auxiliar-Corps mit 584.000 fl. präliminirt war, belief sich die factische Dotation der Operations-Cassa nur auf 80.000 fl., worunter 2290 fl. in Gold oder Silber. Erst Ende Juni traf eine französische Rimesse von 500.000 Francs ein, die jedoch, wie leicht begreiflich, nur einen geringen Theil der Forderungen decken konnte, so dass sich Fürst Schwarzenberg ent- schliessen musste, durch Vermittlung des Civil-Gouverneurs von Galizien, Grafen von Goess zu versuchen, ein Anlehen von 130.000 Ducaten „von der an baarem Gelde strotzenden und den russischen Kosaken so sehr ausgesetzten Stadt Brody “ zu erhalten '). Der immer mehr zunehmenden Geldnoth gegenüber that Kaiser Franz dasÄusserste, um seine in Polen stehenden Truppen mit Silbergeld zu versehen, allein einerseits waren diese Zuschüsse nicht ausreichend, anderseits auch die Communicationen so schlecht und unsicher, dass die Geld-Rimessen oft weite Umwege einschlagen mussten und auf ihre Ankunft nie, auch nur mit einiger Sicherheit gerechnet werden konnte *). 50 1812. Kriegsgeschichtl. Studie über die Tkeilnabme des k. k. österr. Auxiliar-Corps *) Ob dieser Versuch auch das entsprechende Resultat hatte, ist aus den Feld ^Acten nicht ersichtlich. 2) Nicht wenig wurde die Geld-Calamität noch dadurch erhöht, dass die vorhandenen geringen Summen aus Münzsorten acht verschiedener Staaten bestanden, und im Verkehre erst nach dem österreichischen Conventions-, respective dem polnischen Münzfusse umgerechnet werden mussten. Es gab : Französische Laubthaler .................= 2 fl. kr. C.-M. = 9 poln. Gulden u. 18 Gr. Kr onenthaler..................................... . — 2 n 16 r = 9 12 Hannöver’sclie */s-Thaler.............. 1 8 == 4 n n 16 Dänische Thaler .............................. 2 12 == 9 „ 6 Hamburgische 32-Schillingstücke . . = 1 10 n = 4 24 Holländische Gulden........................ . -49 = 3 10 Louisd’or............................................ 9 10 V = 36 n 24 n Österr. Silberzwanziger ................. . -20 „ = 1 ri 12 „ Zehnkreuzerstücke . . . . . =yi 10 V n =n n r» 21 n