Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Hauptmann Jihn des Generalstabs-Corps: Der Feldzug 1761 in Schlesien und Sachsen

Der Feldzug 1761 in Schlesien und Sachsen. *) Die Armee Laudon’s erhielt bald noch einen ferneren Zuwachs von 1 Bataillon und 1 Grenadier - Compagnie (Grenztruppen) mit 2 Geschützen und zählte hienach 77 Bataillone, 80 Grenadier-Compagnien, 1 Pionnier-Compagnie, 164 Escadronen mit 296 Geschützen. 2) Beide älter im Range als Laudon. entschlossen nnd in Wien die hiezu nöthigen Schritte gethan, worauf Feldmarschall Daun unter dem 3. Juli Befehl erhielt, das bei Zittau stehende Corps O’Donell’s auf 20.000 Mann zu verstärken und zur Disposition Laudon’s bereitzuhalten. Am 6. ging in Folge dessen FML. Graf Pellegrini mit 9 Bataillonen, 10 Grenadier - Compagnien, 12 Escadronen und 44 Geschützen von der Elbe nach Zittau ab, wo er am 10. eintraf. An die daselbst befindlichen, für die Ver­wendung in Schlesien bestimmten Truppen war aber mittlerweile, über Laudon’s Anforderung vom 7. Juli, bereits der Befehl Daun’s zum Abrücken ergangen, so dass FML. O’Kelly sich mit 11 Batail­lonen, 12 Grenadier-Compagnien, 42 Escadronen und 64 Geschützen in zwei am 9., beziehungsweise 10. Juli aufgebrochenen Staffeln durch Böhmen (über Neu-Paka) schon in Marsch gesetzt hatte. Pelle­grini folgte demselben am 11. Juli, und so langten am 15., 16. und 17. bei Hauptmannsdorf im Ganzen 20 Bataillone, 22 Grenadier- Compagnien und 54 Escadronen mit 108 Geschützen an. Ein dem FML. Pellegrini von Bautzen nachgesendetes Huszárén - Regiment (6 Escadronen) traf am 17. zu Friedland ein. Der Stand dieser letzten Verstärkungen betrug im Ganzen 21.500 Mann und die Armee Laudon’s zählte hienach, einschliesslich von 2 Bataillonen und 2 Grenadier- Compagnien, welche mittlerweile aus dem Inneren der Monarchie zugewachsen waren, in 76 Bataillonen, 79 Grenadier - Compagnien, 1 Pionnier - Compagnie und 164 Escadronen 77.400 Mann mit 294 Geschützen'). Bei Zittau war, nachdem O’Donell und der ihm beigegebene FZM. Baron Sincere8) am 8. .Juli mit 3 Bataillonen, 4 Grenadier-Compagnien, 6 Escadronen und 4 Geschützen den Rück­marsch an die Elbe angetreten hatten, nur das Corps Beck’s stehen geblieben, welches auf 4 Bataillone, 2 Grenadier-Compagnien, 3 Com­pagnien Jäger und 4 Escadronen, circa 4100 Mann mit 6 Geschützen verstärkt worden war. Noch vor dem Eintreffen der Verstärkungen aus Sachsen und der Lausitz hatte sich die Situation in Schlesien, in Folge einer untergeordneten Veranlassung, nicht unwesentlich geändert. Am 4. Juli hatte nämlich Laudon den GFWM. Brentano mit. 4000 bis 5000 Mann leichter Truppen über Wüste-Waltersdorf vorgeschoben, von wo derselbe östlich des ^Veistritz-Flusses demnächst bis an den Gebirgsrand vorrücken sollte. Wenige Tage zuvor, am 1. Juli, war der bisher bei Kynau gestandene äusserste Posten des feindlichen linken Flügels, welcher aus 6 Batail­lonen unter General Ramin bestanden hatte, durch 3 Bataillone ver-

Next

/
Thumbnails
Contents