Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Hauptmann Jihn des Generalstabs-Corps: Der Feldzug 1761 in Schlesien und Sachsen

Der Feldzug 17(51 in Schlesien und Sachsen. 147 Graf Rumanzow verfügte zunächst nur über 8 Bataillone, 6 Grenadier-Compagnien, 22 Escadronen und 1 Kosaken-Pulk; Tottleben über 6 Bataillone, 6 Grenadier-Compagnien, 35 Escadronen Cavallerie und 5 Kosaken - Pulks, doch scheint um diese Zeit die Absicht bestanden zu haben, letzteren noch durch 4 Kosaken-Pulks der Haupt- Armee zu verstärken. Diese beiden Corps sollen zusammen bei 22.000 Mann gezählt haben '), so dass nach der vom 30. Mai datirten Nachweisung des effectiven Standes der zur Operations-Armee be­stimmten Truppen, für die Haupt-Armee 72.700 Mann verblieben. Hienach ist der ausrückende Stand dieser Armee jedenfalls mit weniger als 70.000 Mann zu veranschlagen. An der Weichsel wurde noch ein besonderes Corps von einem Infanterie-Regiment (wahrscheinlich zu 3 Bataillonen), 14 Miliz-Infan­terie-Bataillonen und einem Huszárén - Regiment zu Marienwerder concentrirt, das dem Gouverneur von Preussen, General - Lieutenant Suworow, unterstellt blieb. Zwei Bataillone dieses Corps sollten als Garnison zu Marienwerder verbleiben; ausserdem waren an Besatzungen bestimmt für Elbing und Graudenz je 1 Bataillon, für Thorn und Posen je 2 Bataillone“). Die russischen Streitkräfte auf dem Kriegsschauplätze gliederten sich demnach zu dieser Zeit nach grossen Gruppen, wie folgt: Haupt- Armee, einschliesslich der nach Posen vorgeschobenen Truppen (bei 10.000 Mann): 64 Bataillone, 56 Grenadier-Compagnien, 1 Ingenieur- Regiment, 62 Escadronen und 5 Kosaken-Pulks = 72.700 Mann; für die Verwendung in Pommern bestimmt: die Corps Tottleben und Rumanzow, 14 Bataillone, 12 Grenadier-Compagnien, 57 Escadronen und 6 Kosaken-Pulks — 22.000 Mann; an der Weichsel und als Besatzungen: 24 Bataillone, 5 Escadronen. In Allem 102 Bataillone, 68 Grenadier-Compagnien, 1 Ingenieur-Regiment, 124 Escadronen und 11 Kosaken-Pulks mit einem Stande von beiläufig 100.000 Mann3). Zwischen dem 26. Mai und 2. Juni erfolgte endlich der Aufbruch des Gros der russischen Armee von der Weichsel, und es rückten nun die drei Divisionen nach einander geradewegs gegen Posen ab, Lieutenant Graf Czeruitschew, 12 Bataillone, 10 Grenadier-Compagnien, 15 Esca­dronen. Ausserdem befanden sich bei der Haupt-Armee ein Ingenieur-Regiment, 2 Bataillone unter Brigadier Czerepow zur Bedeckung der Proviant-Transporte, ferner 5 Kosaken-Pulks, davon eines als Stabs-Cavallerie verwendet. Die nach Posen bereits vorausgegangenen Truppen sind jeweilig mitgerechnet. 4) Bericht des GFWM. Grafen Caramelli, de dato Polnisch-Krone, 4. Juni. Kriegs- Archiv 1761; Fase. VI, 16, Acten des Laudon’schen Corps. 2) Für ein weiteres Bataillon, das die Bestimmung als Besatzungstruppe hatte, ist der Bestimmungsort nicht bekannt. 3) General-Repartition der kaiserlich russischen Armee für die Campagne 1761 und Bericht Fine’s vom 10. Juni, ferner Ordre de bataille der russischen Haupt- Armee beim Ausmarsche und Verzeichniss des Standes derselben. Kriegs-Archiv 1761; Fase. VI, 5, beziehungsweise 31, 3 und 6, Acten des Laudon’schen Corps. Vorstehende Standesziffern beziehen sich durchwegs auf den Effectivstand.

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