Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Hauptmann Gömöry von Gömör: Eine Herausforderung des Grafen Nicolaus von Zrin (Zrinyi) durch Machmet (Mehemed) Pascha von Bosnien 1554

Eine Herausforderung des Grafen Nicolaus von Zrin (Zrínyi) etc. 119 König Ferdinand I.') einerseits, dann jenen mit dem Pascha von Bosnien, Zrínyi und dem Könige Maximilian * 2) anderseits abwickelt. Freiherr von Ungnad als Oberster Feldhauptmann der steirisch- crabatisch-windischen Grenzen fühlte sich, sobald er von dem bevorstehen­den Zweikampfe zwischen dem Ban von Croatien und dem Pascha von Bosnien Kenntniss erhielt, gedrungen, dem König Ferdinand in einem eigenen Berichte — Pettau, 5. August — hievon Meldung zu erstatten, gleichzeitig aber auch auf die momentane Lage, den Stand der Grenz-Bewachungs- und Vertheidigungs-Verhältnisse, dann die üblen Folgen, die durch einen solchen Zwischenfall für die Einhaltung des Waffenstillstandes und den beabsichtigten Abschluss eines Friedens entstehen könnten — hinzuweisen. Im Ganzen widerrathet und erhebt Ungnad Einsprache dagegen, wünscht jedoch, wenn es wirklich zum Kampfe kommen sollte, klare, punktative Feststellungen, und zwar, dass „jeder Theil sodann mit 300, 400 oder höchstens 500 Pferden auf dem fürgewählten Kampfplatz zu Sandt Jörgen (St. Georgen)“ erscheine. „Alles übrige dem Heere zugehörige Volk hingegen, so beider­seits allenfalls sein möchte, auf fünf, vier oder zumwenigst drei guten Meilen Weges abseits des fürgewählten Kampfplatzes in jedem Landes- theile eigener Dition (Botmässigkeit) sich aufhalte. Ferner, dass Niemand anderer zu kämpfen, Spiessbrechen oder sonst einen Kampf aufzu­nehmen, anzubieten sich unterstehe“ u. s. w. Im Weiteren wird hervor­gehoben, dass der Pascha von Bosnien sich allerorts zu rüsten anschicket. In Folge eines indess eingetroffenen königlichen Handschreibens, welches die Annahme des Kampfes für Ban Zrinyi strenge untersagt, sah sich Ungnad am 13. August veranlasst, nachstehenden Brief an den Pascha Machmet (Mehemed) abzusenden: „Ich Hanns Ungnad Freyherr Obrist. „Wünsche von Gott dem Herrn dem wohlgebornen Herrn Machmet wascha zu wossen (Bosnien), als meinen lieben Herrn Brüdern und Nach­barn Glück, Gesund und langes Leben und für Euch Herr Bruder hiemit zuvernehmen, dass Ich das Schreiben, so Ihr mir jüngstverschiener Tag (des Kampfs halben welichen Ihr mit dem wolgebornen Grafen und Herrn H. Niclasen Grafen zu Serin in Dalmatien, Croatien und Windischland, Baan zu thun Willens seit.) gethan, meinem grossmächtigsten König zugeschickt. Darüber sein Königl. M. mir wiederumb geschrieben in berührten Kampf aber keineswegs weiter bewilliget, sondern denselben gänzlich eingestellt, und dass Ich den diesmals keineswegs gestatte, noch zusehe, mir mit Ernst *) Am 24. October 1526 wurde Erzherzog Ferdinand zum König von Böhmen und zum Beherrscher der mit diesem Reiche verbundenen Länder Mähren, Schlesien und Lausitz, den 29. November dieses Jahres zum König von Ungarn, den 5. Januar 1531 zum römischen König erwählt, und den 14. März 1558 zum römischen Kaiser erhoben. 2) Maximilian, ein Sohn Kaiser Ferdinand I., war zu dieser Zeit König von Böhmen und Erzherzog von Österreich.

Next

/
Thumbnails
Contents