Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Major Wiener des Generstabs-Corps: Das Corps des FML. Friedrich Freiherrn von Hotze in Feldzuge 1799

104 I*®3 Corps des FML. Friedrich Freiherr von Hotze im Feldzuge 1799. noch gegen 600 ausgewanderte Schweizer ihre Dienste an, welche Hotze einstweilen unter die Vorarlberger Landesschützen eintheilte. Die französische Schweizer Armee unter Massena war bei Beginn des Feldzuges, wie folgt, zusammengesetzt1): 12 Linien-Halbbrigaden (Nr. 23, 36, 37, 38, 44, 57, 76, 84, 100, 103, 106, 109), leichte Halbhrigade Nr. 14, Dragoner-Regimenter Nr. 5 und 11, Huszaren-Regimenter Nr. 7 und 12, 10 Artillerie-Compagnien zu Fuss, 5 reitende Artillerie-Compagnien. Die Stärke einer Halbbrigade ä 3 Bataillone war 2000 bis 2400 Mann; ein Dragoner-Regiment zählte gegen 350, ein Huszaren- Regiment 500 bis 600 Mann. Die Stärke der 13 Halbbrigaden betrug 29.416, jene der Reiter-Regimenter 2383, jene der Artillerie-Compagnien 1380 Mann, in Summa 33.179 Mann. Die helvetischen Hilfstruppen *), welche mit 18.000 Mann fest­gesetzt waren, erreichten bei Ausbruch der Feindseligkeiten eine Stärke von 3000 bis 4000 Mann. III. Die Eroberung Graubündens durch die Franzosen. Die Ereignisse in Vorarlberg und in Graubünden vom Aus­bruche der Feindseligkeiten, bis zum Abmarsche des Vorarlberger Corps nach Schwaben, beziehungsweise an die Leiblach, 6. bis 22. März. (Hiezu Beilage I und II.) Noch waren nicht alle Truppen des FML. Hotze an Ort und Stelle, noch hatte dieser General mit seinem Stabe auch nur Zeit gefunden, Lage und Verhältnisse der von seinen Truppen besetzten Landestheile kennen zu lernen, als die Feindseligkeiten zum Aus­bruche kamen. Schon Ende Februar erhielt man im Hauptquartiere Hotze’s übereinstimmende Nachrichten von der Ansammlung französischer Truppen im Inneren der Schweiz und dem beginnenden Anmarsche derselben über St. Gallen, durch das Toggenburgische, dann durch das Linth-Thal über Wallenstadt in das Sargans’sche und in das Rhein-Thal. Als am 5. März Meldungen von den Vorposten einliefen, dass von Werdenberg und Sargans gegen Ragatz feindliche Truppen-Corps ’) Kriegs-Archiv 1799; Fase. XIII, 26 und 47. 2) Als der Krieg mit Österreich wahrscheinlich wurde, verstärkte Frankreich seine Armee in der Schweiz und schloss mit dieser im August 1798 ein Schutz- und Trutzbündniss, wodurch die Schweiz verpflichtet wurde, ein Hilfsheer zu stellen.

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