Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Major Wiener des Generstabs-Corps: Das Corps des FML. Friedrich Freiherrn von Hotze in Feldzuge 1799

88 Das Corps des FML. Friedrich Freiherr von Hotze im Feldzuge 1799. Bearbeitet auf Grund der hinterlassenen Aufzeichnungen des k. k. General-Majors Johann Mayer von Heldensfeld1). (Hiezu Tafel II.) Vorwor t. Die nachfolgend dargestellten kriegerischen Ereignisse bilden einen wichtigen Abschnitt in der denkwürdigen Zeitperiode der Coali­tion skriege. Das Charakteristische derselben besteht darin, dass sie sich auf einem Boden abspielten, welcher die höchsten Gebirge des europäischen Continents enthält. Demnach wird die grosse Kunst der Führung und Verwendung der Truppen in einer die Leitung, Bewegung und den Überblick so erschwerenden Gegend, durch sie zur Anschauung gebracht. Die Aufzeichnungen, welche der Darstellung zur Basis dienten, rühren von einem Manne her, welcher unmittelbar an der Seite des FML. Hotze a), *) *) K. k. Kriegs-Archiv, Abtheilung „Manuscripts“. 2) Johann Konrad Hotz, später Friedrich Freiherr von Hotze, k. k. Feld­marschall-Lieutenant, ward zu Richterscliwyl am Züricher See am 20. April 1739 gehören. Anfangs zum Berufe eines Mediciners bestimmt, betrat Hotze im Jahre 1758 die militärische Laufbahn. Als Cornet trat er in das württembergische Cürassier- Regiment von Phull ein, avancirte im Jahre 1759 zum Lieutenant und focht bei Fulda unter dem Duc de Broglie. Nach der Rückkehr aus dem Feldzuge 1760 gegen Preussen, wurde Hotze als Rittmeister zum Garde du Corps, 1762 als Hauptmann zum Dragoner-Regiment von Rothkirch versetzt. Im Jahre 1765 nahm er übereilt seinen Abschied, privatisirte bis 1768 und trat dann als Lieutenant in das kaiserl. russische lugermannländisclie Carabinier-Regiment, mit der Eintheilung beim Corps des General-Lieutenants von Weymarn in Polen, ein. Hier machte er die Kämpfe gegen die Conföderirten mit, lernte an den Kosaken und königl. polnischen Uhlanen den Werth der Lanze schätzen und schöpfte die Ideen, welche ihn später in öster­reichischen Diensten bei der Einführung der Uhlanen als leichte Reiterei leiten sollten. Im Jahre 1770 zum Rittmeister befördert, rückte Hotze 1771 zu seinem bei der Armee in der Walachei befindlichen Regimente ein, wurde bei Giurgevo verwundet, nahm mit seiner Escadron an der Schlacht an der Dimbowitza Theil und wurde noch im nämlichen Jahre zum Second-Major befördert. Nach abgeschlossenem Frieden zu Kutschuk-Kainardschi kehrte Hotze mit dem Regimente nach Russland zurück. Als Premier-Major im Cürassier-Regimente des Grossfürsten-Thronfolgers nahm er im Jahre 1775 seinen Abschied. Bei seiner Rückreise über Wien soll Hotze bei Kaiser Josef huldreiche Auf­nahme gefunden haben. Thatsächlieli wurde er im Jahre 1778 zum Major im kaiser­lichen Cürassier-Regimente Berlicliingen ernannt und im nächsten Jahre in das Cürassier-Regiment Yoghera versetzt. Das Regiment wurde 1783 aus Ungarn nach Wien verlegt, und von dieser Zeit datirt Hotze’s rasches Emporsteigen. 1784 wrurde

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