Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1883)

Kaiser Josef II. als Staatsmann und Feldherr - J. Nosinich, Oberst im k. k. Kriegs-Archive: Österreichs Politik und Kriege in den Jahren 1763 bis 1790; zugleich Vorgeschichte zu den Kriegen Österreiches gegen die französische Revolution

IV. Der bayerische Erbfolgekrieg 1778—1779. 75 General v. Wunsch am 8. Januar den Befehl ertheilt, mit einem Theile seines Corps die Posten der Österreicher hei Weidenau und Zuck­mantel anzugreifen. General-Lieutenant v. Wunsch rückte nun mit 9 Bataillonen, 10 Escadronen seines Corps vom 10. bis 14. Januar von Glatz über Wartha, Patschkau, Jauernig, Weidenau und Ziegenhals gegen Zuckmantel zum Angriffe der in diesem Gelände stehenden Brigade Oberst v. Löwenehr von 7'/2 Bataillonen, 9 Escadronen und 14 Geschützen. Die Österreicher zogen sich, der Übermacht gegen­über in beständigem Gefechte auf die Bischofskuppe zurück, wo sie am 14. einen so heldenmüthigen Widerstand leisteten, dass die Preussen mit bedeutenden Verlusten abziehen mussten. FML. Graf Wurmser hatte schon Anfangs Januar den Entschluss gefasst, das Wunsch’sche Corps im Glatz’schen zu überfallen. Auf seine diesbezügliche Vorstellung erhielt er den Befehl, den geplanten Angriff mit dem Commandirenden in Mähren-Schlesien zu vereinbaren, sich des Blockhauses bei Schwedeldorf zu bemächtigen und, wenn angänglich, auch die Festung Glatz zu überrumpeln. Kaum hatte nun der Feldmarschall-Lieutenant die erste Nachricht von der Expedition des preussischen Generals gegen Zuckmantel erhalten, als er sein Vorhaben in’s Werk setzte. Die Truppen, welche in Gesammtstärke von 192/6 Bataillonen, 23 Escadronen, 20 Geschützen zu Wichstadtl, Batzdorf, Kronstadt, Giesshiibel und Nachod sich gesammelt hatten, rückten in fünf Colonnen vor, und zwar: Generalmajor Graf Kinsky mit 4‘/a Bataillonen, 4 Escadronen, 3 Geschützen von Wichstadtl über Mittelwalde, Kieslingswalde gegen Conradswalde, Oberst v. Alvinzy und Graf d’Alton mit 1*/, Bataillonen, */, Escadron, 3 Geschützen von Batzdorf über Lichtenwalde, Verlorenwasser gegen Habelschwerdt; Oberst Graf Pallavicini mit 2 */e Bataillonen, */, Escadron, 3 Geschützen von Kronstadt über Voigtsdorf gleichfalls gegen Habelschwerdt, FML. Graf Wurmser mit der Brigade Generalmajor v. Terzy 4'/e Batail­lonen, 6 Escadronen, 6 Geschütze von Giesshübel über Reinerz, Rückerts, Neu-Heide gegen Schwedeldorf; Oberst v. Klebek mit 6 Bataillonen, 4 Escadronen, 5 Geschützen von Nachod über Leschnei bei Lewin, Rückerts, Kaltenbrunn, Ludwigsdörfel gegen Glatz zur Deckung der linken Flanke der Colonne Wurmser, Oberst v. Benjovsky endlich mit 1 Bataillon, 8 Escadronen von Nachod gegen Braunau zur Alar- mirung des Feindes. Am 18. Januar 6 Uhr Morgens trafen die beiden Colonnen der Oberste Alvinzy und Pallavicini in Gesammtstärke von 3% Bataillonen, 1 Escadron, 6 Geschützen bei Habelschwerdt ein und eröffneten sofort den Angriff gegen die befestigte Stadt, welche von dem Tags zuvor von Zuckmantel zurückgekehrten Generalmajor Prinz Adolf v. Hessen- Philippsthal mit 2 Bataillonen vertheidigt wurde. Nach kurzer Gegen­wehr wurde der Ort erstürmt, 10 Fahnen, 3 Kanonen erbeutet, der

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