Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1882)
Originalbriefe König Friedrich's II. im Kriegs-Archive zu Wien (1759 bis 1760)
Originalbriefe König Friedrich’s II. im Kriegs-Ar chive zu Wien. 67 das Garnisons-Regiment Quadt mit 4 Bataillonen und das Grenadier- Bataillon Unruh. Die Tranchée - Arbeiten wurden in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli, 150 Klafter*) von den Palissaden entfernt, begonnen, und zwar that FML. Graf Draskovich, ungeachtet des heftigen Feuers aus der Festung, hiebei an der böhmischen Strasse den ersten Spatenstich. Dieselben nahmen einen raschen Fortgang* 2). Schon am 25. Juli Nachts konnten die Geschütze in die (16) Batterien geführt werden, und am folgenden Tage, um 5 Uhr Morgens, begann der Artillerie- Oberst Theodor Baron Rouvroy am linken Flügel der Attaque das Feuer auf die vorliegenden Werke und hauptsächlich auf die hart an der Neisse neu erbaute Flesche. Um 6 Uhr folgte die Royal- Batterie am rechten Flügel unter dem Obersten Adolf Nicolaus dAlfson diesem Beispiele. FZM. Laudon, welcher eigens nach Glatz gekommen war, befand sich mit dem FML. Draskovich bei Rouvroy und konnte in seinen späteren Berichten die Wirkung des Geschützfeuers nicht genug rühmen3). Der Feind musste die beschädigte Flesche bald räumen, in welcher sich sofort der Sapeur-Major Bechardt mit einer Abtheilung von 300 Freiwilligen unter Major Mihokovich und den Grenadier - Compagnien der Infanterie - Regimenter Preysack mid Simbschen einnistete und wiederholte Angriffe der Preussen abwies. Im entscheidenden Augenblicke sandte FML. Draskovich noch ein Bataillon Verstärkung und Oberst Rouvroy trieb an dessen Spitze die von der Flesche eben abgeschlagenen Feinde bis in den bedeckten Weg. Nach Ankunft von zwei weiteren Bataillonen Verstärkung, welche auf Befehl des FZM. Harsch herbeieilten, wurden die Vcrtheidiger bis in die Hauptwerke des Platzes zurückgedrängt. Hier griff sie Oberst Rouvroy auf Laudon’s Befehl, der sich persönlich an den bedeckten Weg der Festung vorbegeben hatte, erneuert an, worauf ein Theil derselben zu den stürmenden Abtheilungen der Österreicher übertrat, der Rest aber sich zur Flucht wandte. Mit den Flüchtlingen zu(Das alte und neue Fort sind klein. Das ist der einzige Mangel, welchen Ich bis jetzt habe bemerken können. Ich rechne darauf, dass Bomben und Ricochet- Scliüsse hier eine gute Wirkung thun werden.) Kriegs-Archiv, 1760, Fase. VII, 70c, Feldacten des Laudon’sehen Corps. ') Kriegs-Archiv, 1760, Fase. VII, 70s, Feldacten des Laudon’sehen Corps. 2) Als Arbeiter wurden verwendet: 400 Croaten unter dem Oberstlieutenant Schirnding, 800 Grenadiere, 2000 Füsiliere und 2950 Landleute. Den Bedeckungsdienst versahen 800 Grenadiere und 4 Füsilier-Bataillone. Kriegs-Archiv, 1760, Fase. VII, 70«, Feldacten des Laudon’sehen Corps. 3) Oberst Rouvroy führte schon seit 1757 wegen der Schnelligkeit und des ausserordentlichen Erfolges seines Geschützfeuers in der österreichischen Armee den Beinamen des „Feuerteufels“. Nach dem Falle von Glatz schrieb Laudon an Daun: „Ich kann Euer Excellenz gehorsamst versichern, dass ich dies lediglich dem Herrn Obersten Rouvroy zu danken habe.“ Kriegs-Archiv, 1760, Fase. VII, 80 ee, Feldacten des Laudon’sehen Corps. 5*