Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1882)
Originalbriefe König Friedrich's II. im Kriegs-Archive zu Wien (1759 bis 1760)
Originalbriefe König Friedrich’s II. im Kriegs-Archive zu Wien. 61 Nr. 61. Au Général de l’Infanterie de Fouqué. Je vous envois par le présent porteur le plan en question, que Je vous ai accuse dans ma lettre d’aujourd’hui matin, et vous ferez bien de m’en accusser la bonne reception. Sur ce Je prie Dieu qu’il Vous ait en sa sainte et digne garde. A Reich-Hennersdorff, ce 5® de Juin 1759. (Autographe.) Avec ce plan et Votre bon esprit Vous feréz de la bonne besogne Si Le Cas arive de quelque Coté que vous tourniéz ces bougres cela est egal; L’homme a Toquet papale ne remue ni pied ni pate, le Detachement de Devile n’a joint aucun de Ses Corps pour que je puisse jugér de Sa Destination et Les russes ne peuvent etre que le 12 au plustot aux environs de glogau, de Sorte quil se poura tres bien faire que ceci traine plus longtemps que nous nous y atandons, mais cela ni fait rien, allons notre train et donnons de bons Coups d’etrivieres aux premiérs qui se pre- sentent. Adieu mon eher je Vous ambrasse. F e d e r i e *). Nr. 62. (An den General Fouqué.) ce 15. (Juin 1759). (Autographe.)8) Je serai bien ambarassé mon eher ami, de Vous dire ce quil arivera tant que L’Enemy reste dans L’Inaction il est Imposible de Le Deviner, je * 2 ') Ich sende Euch durch gegenwärtigen Überbringer den in Rede stehenden Plan, dessen Ich in Meinem Schreiben von heute Morgen erwähnte. Ihr werdet gut thun, Mir dessen richtigen Empfang anzuzeigen. Im Übrigen bitte Ich Gott u. s. w. — Reich-Hennersdorf, am 5. Juni 1759. (Eigenhändig.) Mit diesem Plan und Eurem hellen Verstände werdet Ihr gute Geschäfte machen. Wenn der Fall eintritt, ist es gleichgiltig, nach welcher Seite hin Ihr diese Hallunken treiben möget. Der Mann mit dem päpstlichen Hute (Daun) rührt sich nicht. Das Detachement de Ville hat sich mit keinem seiner Corps vereinigt, so dass Ich über dessen Bestimmung zu keinem Schlüsse gelangen kann. Die Russen können im besten Falle erst am 12. in der Nähe von Glogau sein, weshalb es leicht geschehen kann, dass sich die Sachen länger hinziehen, als wir erwarten. Das macht aber nichts! Gehen wir unseren Weg und theilen wir an die Ersten, auf die wir stossen, tüchtige Schläge aus (eigentlich Streiche mit dem Bügelriemen). Adieu, Mein Lieber, Ich umarme Euch. Friedrich. 2) (Eigenhändig.) Ich würde recht in Verlegenheit gerathen, lieber Freund, wenn Ich Euch sagen sollte, was eigentlich geschehen wird. So lange der Feind in der Unthätigkeit beharrt, ist es unmöglich, ihn zu errathen. Ich sehe wohl, dass das Endziel, das er sich durch seine Operationen verspricht, die Einnahme von Glatz ist. Ich errathe die Mittel, welche er, um dies zu erreichen, anwenden kann, da es aber deren sehr verschiedene gibt, könnte es leicht geschehen, dass Ich Mich täusche. In dieser Ungewissheit darf man nichts detachiren; man muss warten, bis es ihrer dicken Excellenz gefällig ist, ihr Vorhaben zu declariren. Ich erwarte in Geduld, mit welchem Plaue diese gesegnete Creatur niederkommen wird. Wir sind aufmerksam und halten in unserem Lager das Ohr gespitzt wie ein Windhund, der wartet bis das Thier vom Lager aufspringt. Ich habe viele ungünstige Nachrichten, ein Sammel-