Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1882)
Originalbriefe König Friedrich's II. im Kriegs-Archive zu Wien (1759 bis 1760)
58 Originalbriefe König Friedrich’s II. im Kriegs-Archive zu Wien. Nr. 55. (An den General Fouqué). ce 16. (d’Avril 1759) ä Landshut. (Autographe.) Nos Énemig mon chér ami ne s’atandent a rien moins qu’a ce qui Va arivér, je leur done iei toute les jalousies dönt je suis capable; des regimens qui marchoient vers la haute Silesie Sont retournéz a Königréz en un mot je Yous seconde de tout mon pouvoir, mon frere henry doit aujourd’huy etre entré en boheme pour y faire un ravage, je tiens la grosse masse en suspends, et je me date que Votre habileté jointe a La Securité de l’enemy vous pro- curera les Succés les plus briliáns. Adieu mon chór amy je Vous ambrasse. Fr. ') Nr. 56. An den General von der Infanterie von Fouqué. Mein lieber General von der Infanterie von Fouqué! Es thut Mir sehr leid, aus Eurem Schreiben vom 18. dieses zu ersehen, dass Ihr den Feind nicht weiter als an der Mora habt poussiren können. Vielleicht wird derselbe dreist, und Euch nachkommen, wenn Ihr Euch abziehet, und würdet Ihr sodann noch Gelegenheit haben, denselben eines anzubringen, so recht gut anschlagen kann. Ich bin Euer wohl affectionirter König. Landshut, den 20. April 1759. (Autographe.) Tout ne peut pas reusir a Souhaite mon ami Cepen- dant il faut tenter la fortune, quelque fois on la trouve ou Ion si atent Le moins, et quelque fois la Drolesse trop volage nous plante La apres nous avoir fait Ses perfides agaceries. Fr. * 2) Nr. 57. An den General von der Infanterie von Fouqué. Mein lieber General von der Infanterie von Fouqué! Ich habe Euren Bericht vom 17. dieses sogleich erhalten, und ist es Mir lieb gewesen, ’) (Eigenhändig.) Landshut, am 16. April 1759. — Unsere Feinde, Mein lieber Freund, erwarten Alles eher als das, was geschehen wird. Ich gebe ihnen hier so viel Anlass zu Argwohn, als Ich nur vermag. Die Regimenter, welche nach Oberschlesien marschirten, sind nach Königgrätz zurückgekehrt; mit Einem Worte, Ich unterstütze Euch so viel als es mir möglich ist. Mein Bruder Heinrich soll heute in Böhmen einmarschirt sein, um dort Verwüstung anzurichten. Ich halte die Hauptarmes fest und schmeichle Mir, dass Eure Geschicklichkeit, im Vereine mit der Sicherheit des Feindes, Euch die glänzendsten Erfolge verschaffen werden. Adieu, Mein lieber Freund, Ich umarme Euch. Friedrich. 2) (Eigenhändig.) Es kann nicht Alles nach Wunsch gelingen, Mein Freund, und dennoch muss man das Glück versuchen. Manchmal findet man es dort, wo man es am wenigsten erwartet, und manchmal lässt uns die allzu flatterhafte Spitzbübin gerade im Stiche, wenn sie uns treulos angelockt.