Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1882)
Kaiser Josef II. als Staatsmann und Feldherr - J. Nosinich, Oberst im k. k. Kriegs-Archive: Österreich Politik und Kriege in den Jahren 1763 bis 1790; zugleich Vorgeschichte zu den Kriegen Österreichs gegen die französische Revolution
ob der König von Preussen ein Grosssprecher sei. Die Zeit sei allerdings kritisch, aber es gebe kein Mittel, den Ereignissen einen anderen Gang vorzuschreiben. Es handle sich nicht mehr um Bayern, sondern um die Würde und das Ansehen der ganzen Monarchie einerseits, um ihre Erniedrigung anderseits. Wenn der Krieg auch noch so unglücklich verlaufen sollte, so würde dies noch immer von keiner so zerstörenden Nachwirkung sein, als wenn Österreich vor den Drohungen des Königs von Preussen sich beugen und zurückweichen würde (26. Juni). Angesichts der von allen Seiten eingehenden Nachrichten über den Einbruch der Preussen in Sachsen und in der Lausitz und der Massenbewegung in Schlesien habe er den linken Armeeflügel nach Niemes, — die Cavallerie an die Iser bei Jungbunzlau — gezogen, den rechten Armeeflügel aber bei Jicin concentrirt. Aus dieser Aufstellung sei das Heer im Stande, nach allen Richtungen hin Front zu machen, da Loudon von Niemes einen kleinen Marsch nach Gabel und zwei Märsche nach Leitmeritz zum Fürst Liechten- stein’schen Corps habe, der rechte Flügel der Armee unter Lacy aber von Jicin in je zwei Märschen bei Reichenberg oder Königgrätz zur Verstärkung der dort stehenden Heerestheile eintreffen könne (4. Juli).