Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1882)
Kaiser Josef II. als Staatsmann und Feldherr - J. Nosinich, Oberst im k. k. Kriegs-Archive: Österreich Politik und Kriege in den Jahren 1763 bis 1790; zugleich Vorgeschichte zu den Kriegen Österreichs gegen die französische Revolution
376 Kaiser Josef II. als Staatsmann und Feldherr etc. Nach dieser Zusammenstellung belief sich die Stärke der bewaffneten Macht auf: 78 Regimenter Infanterie mit 254 Bataillonen (einschliesslich 20 Grenadier- und 2 Tyroler Scharfschützen-Bataillonen, dann der Stabs-Infanterie) und 51 Compagnien Grenz-Scharfschützen mit einer Stärke von rund 135.000 Mann im Frieden, 220.000 Mann im Kriege. 38 Regimenter Reiterei mit 239 Escadronen (einschliesslich der Grenz-Huszaren und Stabs-Dragoner) mit einer Stärke von 36.000 Mann? 36.000 Pferden im Frieden und von 40.000 Mann, 40.000 Pferden im Kriege. 3 Regimenter Feld-Artillerie mit 82 Compagnien (einschliesslich von 34 Grenz-Artillerie-Compagnien) mit einer Stärke von 6729 Mann im Frieden, 26.000 Mann, 645 Geschützen, 7767 Pferden im Kriege. Festungs- und Garnisons-Artillerie, dann Zeugamts-Personale mit 1036 Mann im Frieden, 1036 Mann im Kriege. 2 Bataillone Sapeure und Mineure mit 992 Mann im Frieden, 992 Mann im Kriege. 3 Bataillone Pionniere und Pontoniere (einschliesslich des Tschaikisten-Bataillons) mit 1074 Mann im Frieden, 2584 Mann im Kriege. 31 Compagnien Militär-Fuhrwesen mit 939 Mann, 1649 Pferden im Frieden, 13.423 Mann, 23.990 Pferden im Kriege. Yerwaltungs- und Sanitäts-Personal etc. ungefähr 1000 Mann im Fi’ieden, 3000 Mann im Kriege. Stäbe ungefähr 1000 Mann im Frieden, 1500 Mann im Kriege. Zusammen die Heeresstärke 183.770 Mann im Frieden, 308.535 Mann 63.990 Pferde im Kriege. Durch Erhöhung der Bataillonsstände von 931 auf 1200 Mann durch Aufstellung der 5. und 6. Compag.nie hei den 3. Bataillonen der 57 Linien-Infanterie-Regimenter, der Reserve-Escadronen (7. und 9.) hei der Linien-Reiterei, durch Errichtung der Freicorps etc. konnte die Armee im Felde noch um ungefähr 100.000 Mann vermehrt und sohin auf einen Kriegsetat von über 400.000 Mann gebracht werden1). Zur bewaffneten Macht wurde im Kriege noch die Tyroler Landes- vertheidigungs-Miliz in drei Aufgeboten oder Zuzügen ä 6000, 9000 ') Im Feldzuge von 1778—79 erreichte die Operations-Armee die Stärke von 261.665 Mann, 67.304 Pferden (März 1779). Während des Krieges wurden vom Lande 138.454 Recruten gestellt, 10.423 Recruten im Inlande und im römischen Reiche angeworben ; die Verstärkung des Heeres betrug demnach in einem Jahre 148.877 Mann. Ausserdem wurden an Freicorps 80% Compagnien, 11% Escadronen mit einem conventionsmässigen Stande von rund 15.000 Mann, 1900 Pferden aufgestellt.