Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1882)

Friedrich Jihn, Hauptmann im k. k. Generalstabs-Corps: Der Feldzug 1760 in Sachsen und Schlesien mit besonderer Berücksichtigung der Schlacht bei Torgau

14 Der Feldzug 1760 in Sachsen und Schlesien bereits Herren des Buch-Berges, des Mummel-Loches und des Leuschener Berges, die von Ellrichshausen, Naselli und Lezany in Front und Flanke angegriffen, genommen worden waren, während sich die nachrückenden Bataillone Campitelli’s des Zangenwerkes zwischen beiden Höhen bemächtigten. Den geworfenen Vertheidigern fiel Kinsky mit der Vorhut der Cavallerie in den Rücken und zersprengte sie. Zur Unterstützung des geschlagenen linken Flügels liess Fouqué das am vorhergehenden Tage nach Ruhbank detachirte Bataillon, welches eben von dort einlangte, vorrücken, aber auch dieses wurde geworfen, und Fouqué musste nun seinen linken Flügel bis auf Lands­hut und den Kirch-Berg zurücknehmen. Von den Befestigungen des Gegners am rechten Ufer des Zieder- Baches waren jetzt nur mehr die Redoute am Thiem-Berge, in welche sich die Reste des nächst Vogelsdorf gestandenen Bataillons geworfen hatten, eine Schanze am Burg-Berge und ein Theil der Befestigungen südlich des Buch-Berges in den Händen der Preussen. Erstgenannte Redoute wurde bald durch Oberstlieutenant Lezany, die Schanze am Burg-Berge hingegen durch zwei Bataillone Campi­telli’s erstürmt, während drei Bataillone unter Ellriehshausen sich des ganzen Rückens südlich des Buch-Berges bemächtigten. Gegen die fliehenden Reste der hier geworfenen preussischen Truppen brach die Cavallerie Podstatzky’s vor und nahm den grössten Theil dersel­ben gefangen. Darüber war die dritte Morgenstunde vorübergegangen. Das Gros des österreichischen rechten Flügels formirte sich jetzt in der Linie Thiem-Bcrg, Buch-Berg, Raben-Berg, während 14 schwere Geschütze auf dem Burg-Berge, 8 derlei Geschütze auf dem Buch-Berge in Position gebracht, im Vereine mit den am nordöstlichen Theile der Reich- Hennersdorfer Berge placirten 12 Geschützen, den Angriff auf die Hauptstellung des Gegners vorbereiteten. Unterdessen hatten die beiden Angriffs-Colonnen WolfersdorfFs den Blasdorfer Berg von Süd und Ost angegriffen, und denselben, von St. Ignon unterstützt, erstürmt, obwohl General Schenkendorff, der hier commandirte, durch ein Bataillon vom Hahn-Berge verstärkt worden war. Im Rückzuge wurden die Abtheilungen SchenkendorfFs von der österreichischen Cavallerie ereilt und zum grössten Theile zersprengt und gefangen. Der Rest dieser Truppen schloss sich an das auf dem Hahn-Berge zurückgebliebene Bataillon an und wurde zugleich durch ein weiteres Bataillon, welches Fouqué vom Galgen-Berge zur Unterstützung seines rechten Flügel abgeschickt hatte, verstärkt. Mit diesen zum Theil frischen Kräften griff General Schenkendorff sofort die verfolgende österreichische Infanterie an und brachte dadurch den Angriff auf

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