Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Moriz v. Angeli, Major im k. k. Kriegs-Archive: Wagram, Novelle zur Geschichte des Krieges von 1809

Novelle zur Geschichte des Krieges von 1809. 69 auf der Linie Glinzendorf, Grosshofen, Aderklaa, Süssenbrunn und Hirschstetten. Die kaiserliche Armee hatte folgende Stellung eingenommen: IV. Armee-Corps Markgraf-Neusiedl und die Anhöhen rechts und links dieses Ortes. Anschliessend an dieses das II. Armee-Corps die Linie bis hinter Baumersdorf, welchen Ort es besetzt hielt. I. Armee-Corps von Baumersdorf bis Deutsch-Wagram, das Cavallerie-Reserve-Corps unter G. d. C. Fürst Liechtenstein zwischen Deutsch-Wagram und Gerasdorf; vier Regimenter hievon waren beim IV. Corps detachirt, einige Divisionen Huszárén zur Deckung der linken Flanke nach Siebenbrunn vorgeschoben. Das Grenadier-Corps biwakirte vor Seyring, das III. Armee- Corps bei Hagenbrunn. Beide waren nicht in’s Gefecht gekommen, da man einen Übergang des Gegners bei Nussdorf besorgte. Ebenso nahm auch das V. Corps keinen Theil an der Schlacht; das VI. blieb in der schon erwähnten Aufstellung bei Stammersdorf. Der Generalissimus hatte gegen 3 Uhr Nachmittags den Ent­schluss gefasst, „die ganze Armee während der Nacht auf den Höhen von Deutsch-Wagram bis Markgraf-Neusiedl in mehrere Treffen auf­zustellen, um bei anbrechendem Tage mit gesammter Kraft dem Feinde gegenüberzustehen und seinen Bewegungen gemäss entgegen­zuwirken“. Die Disposition zu dieser Aufstellung wurde noch während des Vorrückens der Franzosen nach Baumersdorf geschrieben, in der Folge aber, nach dem Sturme des Feindes auf diese Position, vernichtet und dafür um ll‘/2 Uhr Nachts in Wagram die folgende ausgegeben: „Das III. Corps des FZM. Grafen Kolowrat richtet seinen Marsch über Leopoldau gegen Breitenlee, gegen die linke Flanke des gegen Deutsch-Wagram vorgedrungenen Feindes. — Da auf dieser Route auch das Gros des VI. Corps seinen Rückzug genommen haben muss, so wird FZM. Graf Kolowrat auch dieses Corps zu diesem Angriffe verwenden, bei dem der rechte Flügel an die Donau zu stützen ist, wo FML. Klenau noch um 8 Uhr Abends Asparn behauptete. Mit dem linken Flügel ist die Verbindung mit der zweiten Colonne zu unterhalten, welche das Grenadier-Corps bildet. „Das Grenadier-Corps richtet seinen Marsch über Süssen­brunn ebenfalls gegen die linke Flanke des Feindes. „Alle drei Corps setzen ihren Angriff in den angezeigten Richtungen auf das lebhafteste fort. „Das Cavallerie-Reserve-Corps unter G. d. C. Fürsten Liechtenstein rückt zwischen Aderklaa und Süssenbrunn vor und bildet die dritte Colonne und sucht die Verbindung rechts mit dem Grenadier-Corps, links mit jenem des G. d. C. Grafen Bellegarde.

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