Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Moriz v. Angeli, Major im k. k. Kriegs-Archive: Wagram, Novelle zur Geschichte des Krieges von 1809

Novelle zur Geschichte des Krieges von 1809. 51 dann mit seinem Gros, vorzüglich mit seiner Reiterei, zu debouchiren in Stand gesetzt wird. Es ist daher von grösster Wichtigkeit, dass die Besatzungen aller geschlossenen Werke sich durch diese Umgehungen nicht irre machen lassen und bei Cassation der Commandanten diese W erke nicht verlassen, oder sich gar ergeben, oder durch Ver­schwendung der Munition sich verselhessen. Alle diese Besatzungen werden durch die Armee, die ich dem Feinde entgegen zu manövriren und ihn anzugreifen in Bereitschaft halte, degagirt werden und den Ruhm und die Belohnung ihrer Standhaftigkeit ernten. „Ein zweiter Hauptübergang des Feindes könnte gegen den Bisamberg oder die Stammersdorfer Chaussee vorzüglich mit Infanterie gerichtet sein, um diese wichtigen Höhen zu gewinnen; allein da muss der Feind erst unsere Posten durch eine überlegene Artillerie und Überschiffung von Truppen vertreiben und dann eine Brücke schlagen. FZM. Fürst Reuss kann daher mit dem V. Corps dem Feinde eine, seine Versuche vereitelnde Gegenwehr um so mehr ent­gegensetzen, als das III. Corps des FZM. Graf Kolowrat sich bei Hagcnbrunn hinter dem Bisamberge zur Unterstützung und Behauptung der erwähnten Punkte bis morgen Nachts aufgestellt befinden wird. — Das Cavallerie-Corps des G. d. C. Fürsten Liechtenstein behält seinen Alarm- und Sammlungsplatz bei dem „neuen Wirthshaus“ zwischen Breitenlee und Raasdorf, wohin ich mich bei einem bedeutenden Alarm begeben und wohin mir die Rapporte zuzusenden sein werden. „Das Cavallerie-Reserve-Corps und das Grenadier-Corps, das I., II. und IV. Corps haben ohne meinen ausdrücklichen Befehl keine Bewegung vorzunehmen, indem ich mir Vorbehalte, mit dieser Armee einem der Hauptübergänge des Feindes mit ganzer Macht zu begegnen, und den durch den Widerstand der vorwärtigen Truppen gebrochenen Feind vor seiner Ausbreitung und Vereinigung durch einen concentri- schen Angriff zurückzuwerfen. „Sollte der Feind die Donau abwärts gegen den Einfluss der March, oder weiter aufwärts gegen Klosterneuburg mit Macht über­setzen, so können FZM. Fürst Reuss und FML. Hiller mit dem FML. Nordmann den ihnen anvertrauten Theil der Donau leicht sichern, während ich mit der ganzen Armee dem Feinde entgegen gehen werde. „Alle fahrende Bagage wird bei einem Alarm bis Gaunersdorf zurückgeschickt, nur die Fleischwagen, Kesselpferde und Marketender bleiben auf den Lagerplätzen zurück. „Die Reserve-Munition des V. und III. Corps hat hinter Stam­mersdorf auf der Chaussée, jene des VI. Corps beim Esslinger Hof und jene der Avantgarde des FML. Nordmann bei Pysdorf, die des Cavallerie-Reserve-Corps, des Grenadier-Corps, dann des I., II. und IV. Corps bei Aderklaa aufzufahren. 4*

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