Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Friedrich Spigl, Hauptmann im k. k. Kriegs-Archive: Repressalien-Gefechte an der croatisch-türkischen Grenze in der Zeit von 1809 bis 1845

38 Repressalien-Gefechte an der croatlsch-türkisehen Grenze Nach seiner Disposition überschritten am 10. Juli, und zwar: Die dritte Colonne (eine Compagnie mit 17 Serezanern, 134 Mann) unter Hauptmann Roknic um 3 Uhr Früh die Glina bei Laisa, die zweite Colonne (zwei Compagnien, 20 Serezaner, 238 Mann) unter Hauptmann Fuchs um */t4 Uhr die Glina an der Furth bei Plavica, die erste Colonne (4 Compagnien, 53 Serezaner, 526 Mann) unter Major Baron Geramb um 4‘/2 Uhr die Glina an der Brücke bei Paunovac. Die dritte Colonne hatte die linke Flanke gegen die Vrano- gracer Türken zu schützen; — die zweite das vorliegende coupirte Terrain zu besetzen und den Vorbruch der ersten Colonne zu sichern. Die Hauptcolonne detachirte in die eigene rechte Flanke zwei Ab­theilungen unter den Lieutenants Dmitrovic und Gvozdic, um zu ver­hindern, dass die Türken von Gross- und Klein-Kladus der ersten Colonne während ihres Vormarsches in Flanke und Rücken fielen. Beim Abmarsche schob die erste Colonne eine Compagnie als Avantgarde vor und entsendete von ihrer rechten und linken Flanke je einen Zug, welche mit der zweiten Colonne links und mit den Detachements der Lieutenants Dmitrovic und Gvozdic rechts alsbald in Verbindung traten. Ein dichter Nebel verhüllte die Gegend. Während des Vormarsches vernahm man ohne Unterlass die Signalschüsse der Geschütze von Podzvizd, Kladus und Vranograc. Bei Tagesanbruch zerstreute sich der Nebel. Die detachirten Truppen stellten die Verbindungen nach allen Seiten her. Die Avant­garde stiess auf den Feind und drängte ihn gegen Podzvizd zurück. Die Haupttruppe folgte ihr auf dem Fusse, während sich die deta­chirten Abtheilungen in dem rückwärtigen coupirten Terrain beiderseits festsetzten. Die zweite Colonne liess eine halbe Compagnie in ihrer Auf­stellung zurück und rückte auf dem von Vranograc nach Podzvizd führenden Wege gegen diesen Ort. Die dritte Colonne nahm zwischen Vranograc und Podzvizd Stellung, um die Türken des ersteren Ortes abzuhalten, jenen von Podzvizd zu Hilfe zu kommen. Um 6 Uhr vereinigten sich die erste und zweite Colonne vor Podzvizd, erstürmten den Ort Haus für Haus und legten ihn vollständig in Asche. Die auf dem Wege von Vranograc zurückgebliebene dritte Colonne gerieth bald mit einem weit überlegenen Feinde, den von Vranograc und Buzim herbeigeeilten Türken, in ein hitziges Gefecht; behauptete sich aber sowohl in Erfüllung ihrer Aufgabe, als in ihrer Stellung so lange, bis die Zerstörung von Podzvizd vollzogen und die Truppen auf ihrem Rückzuge einer Flankensicherung von dieser Seite nicht mehr bedurften. Inzwischen langen aber auch die von den Schlössern Todorovo, Gross- und Klein-Kladus, Casin und Bjela Stjcna zusammenströmen- den Türken auf dem Kampfplatze an; ihre Zahl steigt mit jedem Augenblicke und wächst bis auf 2500 Streiter. Der Kampf entbrennt

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