Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Friedrich Spigl, Hauptmann im k. k. Kriegs-Archive: Repressalien-Gefechte an der croatisch-türkischen Grenze in der Zeit von 1809 bis 1845

in iler Zeit von 1809 Ms 1845. 35 Flammen auf; — endlich bei letzterem Orte ganz widerstandsunfähig gemacht, retteten sich diese Horden, aufgelöst und einzeln, gegen Bihac. Auf dem Rückzuge liess Major Mudrovcic die Mühlen am Klokot, welche die Türken auf österreichischem Boden aufgeführt hatten, niederbrennen und beendete dadurch endgiltig einen seit mehreren Jahren bestandenen Streit. Die Türken verloren unter ihren Vornehmen viele kühne Anführer; auch von den berüchtigten Räubern blieben mehrere im Kampfe. Ihr Gesammtverlust an Todten und Verwundeten betrug über 5U0 Manu; die Zahl der sammt Nebengebäuden in Asche gelegten Häuser gegen 400. Ein für künftige Unternehmungen und Hilfszüge gegen das kaiser­liche Grenzland belangreiches Moment lag darin, dass gerade die aus entlegenen Capitanaten herbeigekommenen Türken die meisten Verluste hatten. So namentlich jene von Kljuc und Petrovac. Die Grenzer verloren am Tage von Izaöic 24 Todte und 119 Verwundete. Beachtenswerth war auch die Haltung des Mute­selim von Ostrozac, Besierevic. Dieser hatte zwar bei Peci eine bedeu­tende Streitmacht zusammengezogen, blieb aber mit derselben unthätig stehen. Sei es, dass seine früheren Misshelligkeiten mit Muteselim Biscevic oder die bei Terzac und Gross-Kladus gemachten Erfahrungen für seine passive Haltung bestimmend waren, immerhin war diese eine Beweis, dass die Türken des Unna-Winkels bei ihren Conflicten mit dem k. k. Grenzlande nicht mehr so einig waren wie ehedem. Noch in der Nacht zum 3. Juli liefen Nachrichten von der Be­stürzung der Türken, sowie von der allgemeinen Verwirrung und der Rathlosigkeit ihrer Führer ein. Diese beispiellose Niederlage war für sie um so empfindlicher, als sie dabei die besten Widerstandskräfte einbüssten, deren sie, gerade jetzt in ihrem Reformzwiste mit der Regierung, so sehr bedurften. Ein grosser Theil ihrer Versprengten sammelte sich in Bihac, weshalb GM. Baron Waldstätten die der Festung gegenüberlie­genden Posten Zavalje und Skocai mit zwei, beziehungsweise einer Compagnie verstärkte. Am 3. eröffnete er dem Muteselim Biscevic seine Willfährigkeit zu Unterhandlungen; machte sie aber von der vorherigen Entfernung aller Fremden aus der Festung abhängig. Offenbar unter dem Einflüsse der letzteren, säumte der Mutese­lim mit der Antwort; stellte aber, als der General mit einem Angriffe auf Bihac drohte und in Zavalje entsprechend demonstrate, mit einer im Gefechte erlittenen Verwundung sich entschuldigend, die Bitte, bei den Unterhandlungen sich vertreten lassen zu dürfen. Baron Waldstätten erklärte jedoch, das er nur ihn als Commandanten der Festung anerkenne und mit niemand Anderem unterhandeln könne; worauf der Muteselim, nach Erfüllung der gestellten Vorbedingung, 3*

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