Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Friedrich Spigl, Hauptmann im k. k. Kriegs-Archive: Repressalien-Gefechte an der croatisch-türkischen Grenze in der Zeit von 1809 bis 1845

in der Zeit yon 1809 bis 1845. 27 auch das letzte Mal Schonung angedeihen lasse; dass aber diejenigen, welche sich in Hinkunft an einem Grenzexcesse betheiligen sollten, auf weitere Nachsicht nicht mehr zu rechnen hätten. Am 14. meldeten die Kundschafter, dass sich alle zusammen­gerotteten Türken wirklich zerstreuten. Die zur Verstärkung des Cordons aufgebotenen Grenzer kehrten daher zu ihren Häusern zurück. Se. Majestät der Kaiser geruhte den GM. v. Rukavina für die umsichtige Leitung des Gefechtes bei Terzac mit dem Ritterkreuze des Leopold-Ordens auszuzeichnen, sämmtlichen Stabs- und Oberofficieren, welche daran theilgenommen hatten, den Ausdruck der allerhöchsten Zufriedenheit bekannt geben zu lassen — und die tapfersten Grenzer, durch Verleihung von vier silbernen Medaillen und sieben Geld­geschenken, zu belohnen. Nach dem Gefechte bei Terzac trat an der Grenze eine unge­wohnte Ruhe ein; aber nur vier Monate hielt sie an. Schon am 12. October 1835 verübten die Türken von Gross-Kladus, welche sich seit jeher als die feindseligsten der Kraina erwiesen hatten, an der Sluiner Grenze wieder einen erheblichen Raub. Zwanzig Bewaffnete, denen jedoch eine Reserve von 100 Türken bis nahe an die Grenze gefolgt war, durchbrachen den Cordon zwischen Maljevac und Valiselo, überfielen die nächstgelegenen Häuser und trieben, bevor noch vom Cordon Hilfe kam, 38 Rinder über die Grenze. Gleich nach erhaltener Meldung verfügte sich GM. v. Rukavina an den Cordon und beschied dahin den Capitän Besierevic von Ostrozac als Grundherrn von Kladus, um wegen Genugthuung und Schadenersatz zu unterhandeln. Dieser jedoch hielt sich nicht nur von jeder Unterhandlung fern, sondern stellte sich, spontan oder gezwungen, an die Spitze der Türken, welche den Räubern von Gross-Kladus, vom ganzen Unna- Winkel, namentlich aber von den Schlössern Podzvizd, Vranograc, Todorovo, Peci, Klein-Kladus, Sturlic, Terzac, Mutnik und anderen zu Hilfe kamen. Diese zusammengerotteten Horden umschwärmten die Sluiner Grenze und wenn sie auch einen Einfall in das Grenzland nicht gewagt hätten, so waren sie doch fest entschlossen, jeder Forderung von Genugthuung oder Schadenersatz starren Trotz entgegenzusetzen. Obzwar von diesen Vorgängen genau unterrichtet und überzeugt, dass eine gütliche Beilegung des Conflictes nicht zu erwarten stehe, verweilte GM. v. Rukavina dennoch vier Tage am Cordon, einer Ant­wort des Capitäns von Ostrozac gewärtig. Dieser jedoch erschien weder persönlich, noch gab er irgend eine Antwort. Dagegen meldeten

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