Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)
Moriz v. Angeli, Major im k. k. Kriegs Archive: Der Krieg mit der Pforte 1736 bis 1739 - II. Der Feldzug von 1737
II. Der Feldzug von 1737. 305 erlassen könne und es unter den obwaltenden Umständen wohl am besten sein dürfte, zur Deckung der unteren Save gegen Zwornik zu operiren. Es erscheine dies um so mehr geboten, als auch Feldmarschall Seckendorf bereits den Befehl erhalten habe, sich gegen Bosnien zu wenden, daher der Prinz das Weitere von ihm erfahren werde. In der That traf kurz darauf ein Befehl des Armee-Comman- danten des Inhalts ein: der Prinz möge sich mit dem Banus und Stubenberg über die Deckung der oberen Grenze in’s Einvernehmen setzen, dann das rechte Save-Ufer verheeren lassen und am linken nach Raca marschiren, wo der Erfolg der Operation der Hauptarmee gegen Widdin abzuwarten sei. Erachte sich Hildburghausen nicht stark genug, um Zwornik zu nehmen, so solle er sich mit Hilfe des bei Novibazar stehenden Obersten Lentulus der Posten Losenitza (Loznica) und Sokol bemeistern, wodurch jeder Zuzug aus Serbien nach Bosnien abgeschnitten würde und die gutgesinnten Arnauten, Clementiner etc. eine Stütze erhielten. Aber auch dieser Befehl kam nicht zum Vollzüge, da noch während der Besprechungen, die der Prinz mit dem Banus pflog, die Operation nach Widdin aufgegeben wurde. Dagegen erhielt der Prinz am 8. September eine neue Ordre Seckendorfs, welche ihm auftrug, nach entsprechender Sicherung der Grenze unverzüglich nach Sabac aufzubrechen. Von diesem Punkte aus decke er, wie Seckendorf bemerkte, nicht allein Syrmien, sondern könne auch ohne Gefahr Losenitza und Sokol wegnehmen; inzwischen würde die Hauptarmee nach Czaczak marschiren, im Vorübergehen Uzica nehmen und dann den Prinzen in der Belagerung Zworniks unterstützen. In Ausführung dieses Befehles, und da gleichzeitig auch Meldungen über bedeutende feindliche Truppen-Ansammlungen bei Tesajn einliefen, setzte sich die Infanterie am 12. aus dem Lager bei Gra- diska in Marsch; die schwere Artillerie und die Pontons wurden auf der Save transportirt, die Cavallerie blieb zur Deckung des Abmarsches am 12. im Lager stehen und brach erst am 13. auf. 2 Regimenter Cavallerie und 7 Bataillone Ci'oaten wurden zur Sicherung der Savegrenze längs des Stromes vertheilt, während die Karlstädter Grenze durch das dortige, angeblich 30.000 Mann starke bewaffnete Landvolk besetzt wurde. Das Corps nahm den Weg über Brod, Djakovar und Mitrowitz und erreichte am 24. October Sabac. Die Infanterie ging über die Save und vereinigte sich am 25. mit der dort lagernden Hauptarmee; die Cavallerie blieb bis zum Beziehen der Winterquartiere am linken Ufer stehen.