Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Moriz v. Angeli, Major im k. k. Kriegs Archive: Der Krieg mit der Pforte 1736 bis 1739 - II. Der Feldzug von 1737

II. Der Feldzug von 1737. 293 2000 Grenadieren, 500 Huszárén und 6 Feldstücken am 20. nach Rasan aufzubrechen, sich dort mit dem Corps des FML. Miglio zu vereinigen und gegen Nissa vorzurücken. Die Hauptarmee selbst schob Feldmarschall Seckendorf am 21- und 22. in der Richtung gegen Alexinac bis Cupeljak (Jovanovac) vor, nachdem er sich der schweren Bagage und zahlreichen maroden Pferde durch Rücksendung nach Ravna entledigt hatte. Zur Unterstützung und Armirung der gutgesinnten Albanesen, Macedonier etc. wurden verschiedene Detachements entsendet, worunter das bedeutendste jenes des Obersten Lentulus, welcher am 19. Juli mit 200 deutschen Pferden, dem Huszaren-Regimente Splény und 1000 berittenen Raizen an die serbische Morava detachirt wurde. Oberst Lentulus hatte den Auftrag bis Novibazar vorzugehen, um es dem Patriarchen von Ipek möglich zu machen, sich mit seinen Anhängern offen für den Kaiser zu erklären, endlich die gegen Uzica befindlichen Palanken zu nehmen. Feldmarschall Philippi lagerte am 23. zwei Stunden von Nissa bei Topolnica am gleichnamigen Bache und rückte noch am selben Tage unmittelbar vor die Stadt. Erneuerte Begehren des Gegners um Aufschub der Feindseligkeiten wurden abgewiesen und demselben nur eine 24stündige Bedenkzeit gewährt. Feldmarschall Seckendorf, in beständigem Rapport mit dem vor­geschobenen Corps, begab sich persönlich zu Feldmarschall Philippi, um die Capitulations-Bedingungen festzustellen. Da man von dem raizi- scheu Erzbischof zu Nissa, dem Führer der letzten Deputation, erfahren hatte, dass die Besatzung des Platzes aus 3—4000 Wehrfähigen bestehe, von denen 600 Janitscharen entschlossen seien, sich bis zum Äussersten zu vertlieidigen, so eilte Seckendorf nach Cupeljak zurück und Hess am 25. Juli den FML. Leutrum mit 4 Infanterie- und 2 Huszaren- Regimentern zur Unterstützung Philippi’s nach Topolnica abrücken. Der Rest der Infanterie sollte am 26. bis Alexinac vorgehen, die Cavallerie aber zur Aufrechthaltung der Verbindung in Cupeljak bleiben. Bevor jedoch diese verschiedenen Massregeln durchgeführt waren, kam noch am Abende des 23. zwischen Feldmarschall Philippi und dem Pascha von Nissa eine Capitulation zu Stande, die der Besatzung den freien Abzug mit Waffen und Gepäck sicherte und es auch allen in der Stadt wohnenden Türken freistellte, mit ihrer beweglichen Habe binnen einer bestimmten Frist die Stadt zu verlassen, wobei sie von den kaiserlichen Behörden beschirmt und unterstützt werden sollten. Ein besonderer Punkt der Capitulation stellte jedoch fest, dass dieselbe erst dann in Wirksamkeit treten solle, wenn die gesammte kaiserliche Armee vor Nissa erschienen und damit die Unmöglichkeit einer Gegenwehr erwiesen sein würde.

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