Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs - Die Occupation Bosniens und der Herzegovina (1879)

Operationen der Haupt-Colonne bis Zenica-Vitez

120 Vormarsch von Brod bis zum Gefechte bei Zepce. Die längs der Save aufgestellten Posten des Kreises Dervent, meist Mustahfiz, wurden insgesammt eingezogen, entwaffnet und mit einem Zehrgeld versehen, nach Hause entlassen. Auch einzelne Redif- Abtheilungen, die nicht abberufen worden waren, theilten dasselbe Loos. In den Nachmittagsstunden entsandte das Corps-Commando den Generalstabs-Hauptmann Millinkovic mit der 5. Escadron des Huszaren- Regimentes Prinz Friedrich Carl von Preussen Nr. 7 in das Bosna- Thal, um einerseits verlässliche Nachrichten über den Zustand der durch das Regenwetter zu Grunde gerichteten Communicationen zu erhalten, anderseits aber, um in den zu passirenden Ortschaften Proclamationen zu vertheilen und das Volk auf den Einmarsch der k. k. Truppen vorzubereiten. Ausserdem hatte Hauptmann Millinkovic den Auftrag, in den grösseren Orten Doboj, Maglaj und Zepce Verpflegsvorräthe behufs Erleichterung der Nachschübe für das Armee-Corps zu beschaffen, und erhielt zu diesem Zwecke den Oberlieutenant Ritter v. Haydegg von der Intendanz, der 20.000 fl. mitführte, zugetheilt. Die bei Dervent im Lager stehenden Brigaden lösten die Vor­posten ab, und zwar wurden letztere vom 3. Bataillon des Infanterie- Regimentes Freiherr v. Mollinary Nr. 38 südlich Dervent bezogen, indess die 3. Gebirgs-Brigade die Nachhut-Compagnie bei Han Luzani beistellte. Die noch auf dem linken Save-Ufer lagernde 39. Infanterie- Brigade (General-Major Kaiffel) bewirkte endlich am 31. Juli Morgens den Save-Uebergang, der nicht ganz ohne Schwierigkeiten verlief. In der Nacht zum 31. nämlich war der Strom in Folge der starken Regen­güsse über lm gestiegen, was eine Hebung der Brücke verursachte und den Uferwechsel um l1/, Stunden verzögerte. Ueberdies konnte die zur Uebersetzung der schweren Fuhrwerke bestimmte Dampffähre nach einmaliger Fahrt nicht mehr benützt werden, weil die Auffahrtsbrücke aus ihrer Lage gerissen wurde. Zum Uebergange des II. Nachschubs- Staffeis auf der Kriegsbrücke mussten daher Auf- und Abfahrten her­gerichtet und die Rüstwagen auf diesen Stellen durch die Genie- Compagnie Nr. 1 l/II geschoben werden. Um 6 Uhr 30 Minuten Nach­mittags überschritten erst die letzten Theile des Trains die Save. Nach vollzogenem Uebergange rückten die «Truppen der 39. In­fanterie-Brigade bis zu dem Han Luzani und bezogen auf dem Plateau das Lager. Die Verpflegs-Colonne Nr. 6 gelangte noch am Abend zum Aufmarsch auf dem ihr zugewiesenen Parkplatze, während die Ver­pflegs-Colonne Nr. 60 über die Nacht auf der Strasse verblieb. FZM. Freiherr v. Philippovic telegraphirte der VII. und XX. Truppen-Division über die Vorgänge des 31. Juli mit dem Bei­fügen, dass wegen eingetretenen schlechten Wetters und der hiedurch stark beschädigten Communicationen die Vorrückung nach Sarajevo sich sehr verzögern dürfte. In der Nacht zum 1. August hatte der Regen an Heftigkeit zu­genommen und die Strassen und Biwakplätze in förmliche Pfützen verwandelt; während des Tages kam die Sonne zum Vorschein. Die

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