Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs - Die Occupation Bosniens und der Herzegovina (1879)

Operationen der Haupt-Colonne bis Zenica-Vitez

114 Vormarsch von Brod bis zum Gefechte hei Zepce. „Die 1. G-ebirgs-Brigade bezieht am rechten Save-Ufer südlich von Brod ein Freilager und sichert sich durch Vorposten in der Linie Siekovac—Save-Krümmung.“ „Nach dem Durchzuge der Brigade durch Türkisch-Brod rücken die 3 Jäger-Compagnien zum Gros ein, und ist der Ort von einer Abtheilung des Infanterie-Regimentes Nr. 52 bewachen zu lassen.“ „Die Signal-Abtheilung Nr. 1 der VI. Truppen-Division hat mit der 1. G-ebirgs-Brigade überzugehen.“ „Bezüglich der anderen Brigaden, Truppen und Anstalten wird für morgen den 29. Juli angeordnet: „Die 2. Gebirgs-Brigade marschirt Früh nach Brod und bezieht auf dem kleinen Exercirplatz das Biwak. Die 3. Gebirgs-Brigade mar­schirt ebenfalls Früh nach Brod und lagert auf der Hutweide nördlich Brod und östlich der Essegger Strasse.“ „Die Aufbruchstunden bleiben den Brigadieren überlassen. Das in Andrievci stehende Infanterie-Regiment Nr. 38 ist zum Marsche nach Brod vom 3. Brigade-Commando anzuweisen.“ „Der Save-Uebergang der 2. und 3. Gebirgs-Brigade erfolgt erst am 30. Juli.“ „Der Divisions-Munitionspark hat gleichfalls nach Brod zu rücken und das Lager auf dem grossen Exercirplatze nächst der Verpflegs- Colonne Nr. 6 zu beziehen.“ „Die Cavallerie und die Sanitäts-Anstalt behalten morgen den 2 9. Juli ihre bisherige Dislocation.“ Am 29. Juli Morgens fand der Save-Uebergang der 1. G-ebirgs- Brigade (Oberst v. Polz) und der ihr zugewiesenen Truppen genau in Uebereinstimmung mit den Dispositionen statt. Nach Ueberschiffung des 27. Feld-Jäger-Bataillons und eines Zuges des Huszaren-Regimentes Prinz Friedrich Carl von Preussen Nr. 7, welche die türkische Karaula, die Häuser am Ufer und in Türkisch-Brod besetzten, begann gegen 6 % Uhr der Brückenschlag und gegen 9‘/4 Uhr, also nach kaum 21/astün- diger Arbeit, standen die beiden Save-Ufer durch eine Kriegsbrücke mit einander in Verbindung, worauf das Infanterie-Regiment Nr. 52 dieselbe überschritt. Dieser Abtheilung folgte um 10 Uhr der Rest der Vorhut-Brigade, welche gegen 11 Uhr Vormittags in ihrer Gesammt- stärke südöstlich Türkisch-Brod das Biwak bezog. Oberst von Polz liess sofort das Telegraphen-Amt besetzen und die aus ungefähr 45 Mann Redifs bestehende Besatzung von Türkisch- Brod entwaffnen und interniren. Das 1. Bataillon des Linien-Infanterie- Regimentes Nr. 52 stellte Vorposten in der Sehne der Save-Krümmung von Siekovac bis Struga aus *). Eine Cavallerie-Patrulle ritt auf der <) Bezüglich des Sicherheitsdienstes in der Ruhe verfügte der Feldzeugmeister, derselbe sei derart zu regeln, dass, abweichend von den zu Recht bestehenden Vor­schriften, überall zwei Mann als Doppelvedette aufzustellen kommen. Dieser durch die Eigenthümlichkeit des Landes gebotenen reglementarischen Abweichung ent­sprechend, sei die Stärke der Feldwachen, dann der für Patrullendienst innerhalb und ausserhalb der Vedettenlinie erforderlichen Abtheilungen zu bemessen. Der Sicher­heitsdienst in den Flanken während der Bewegung erheische eine besondere Sorgfalt; ohne Seitendeckungen dürfe überhaupt nicht marschirt werden.

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