Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 2. (1877)

Die Neben-Operationen im Feldzuge 1859 in Italien

Die Neben-Operationen im Feldzuge 1859 in Italien. 81 Jäger, welcher mit zwölf Mann den Felskegel der Cima di Spondalunga erklommen hatte, seinen Fortschritten gegen diese ein Ziel. GM. Graf Huyn, welcher die sturmbereiten feindlichen Truppen in den Galerien durch Granaten beschiessen liess, nöthigte endlich dieselben zum Rück­züge nach den rückwärtigen Galerien. Dies Alles entschied gegen 5 Uhr Abends den allgemeinen Rück­zug des Feindes in jene Stellung, welche er Tags vorher inne hatte. Der Feind war trotz seiner Überlegenheit auf allen Punkten vollständig zurückgeworfen. Unser Verlust bestand in 1 Todten und 2 Verwundeten. Schon am 8. Juli, während des Gefechtes, erhielt GM. Graf Huyn die Verständigung von den Unterhandlungen über einen Waffenstillstand. Am 9. traf die Nachricht von dem Abschlüsse desselben mit der Weisung ein, den gegenüber stehenden Feind davon in Kenntniss zu setzen und sich jedes kriegerischen Actes, der nicht vom Feinde provo- cirt würde, zu enthalten. GM. Graf Huyn liess daher den Obersten Medici hievon in Kenntniss setzen; beide Theile verblieben in ihren augenblicklichen Stellungen; alle Feindseligkeiten wurden eingestellt. Berennung von P esc hi era. — Nach der Schlacht von Solferino bildete Verona das Haupt-Operations-Object der Verbündeten, da bei diesem Waffenplatze die Hauptmacht der Österreicher sich con- centrirte. Da nun ihre Operations-Linie durch Peschiera unter­brochen war, so musste diese Festung genommen werden, um einer­seits das Hinderniss zu beseitigen, anderseits aber, nebst einem sicheren Flussübergange, noch eine feste Stütze für die Unternehmungen gegen Verona zu gewinnen. Die Hauptumfassung Peschiera’s befand sich in gutem Zustande, die detachirten Forts am linken Flussufer aber waren noch unvoll­ständig. Für die aufgeführten 186 Geschütze fehlte noch ein grosser Theil der Munition, und vom ledigen Pulver befand sich nur der dritte Theil des Anschlages in Vorrath. Die Besatzung, 6000 Mann zählend, stand unter dem Befehle des Festungs-Commando’s; ebenso auch die Gardasee-Flottille, welche, ausser der Mitwirkung bei Vertheidigung der Festung von der See­seite, noch die Aufgabe hatte, den See militärisch zu beherrschen. Letztere Aufgabe erwies sich jedoch als unlösbar; weil die Flottille, bei dem schwachen Bau ihrer Schiffe und wegen des überlegenen Ge­schützes der feindlichen Strand-Batterien sich stets in einer Entfernung vom Ufer halten musste, welche den Schussbereich ihrer Artillerie üb er traf. Am 19. wurde der k. k. Kriegsdampfer „Taxis“ bei Gardone auf 3000 Schritte vom Feinde beschossen. Ein Hohlgeschoss drang durch das Deck in die Pulverkammer, das Deck fing Feuer und die

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