Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 2. (1877)

Die Neben-Operationen im Feldzuge 1859 in Italien

Die Neben-Operationen im Feldzuge 1859 in Italien. 99 k. k. Streitkräfte nothwendig. Zur Zeit der Waffenstillstands-Verhand- lungen waren dieselben wie folgt gruppirt: A. In Italien die I. und II. Armee sammt Be­satzungen effectiv .......................................................................... 307.000 Mann B. in Tirol.......................................................................... 33.000 „ C. an den Küsten exclusive Dalmatien .... 60.000 „ D. in Dalmatien................................................................ 13.000 „ E. in Ungarn..................................................................... 65.000 „ F. in Wien mit Österreich, dann Böhmen und Mähren................................................................................................ 105.000 „ 6r. in den übrigen Theilen des Reiches und in Deutschland.............................................................................................. 110.000 „ 693.000 Mann Hiezu mobile Armee-Behörden und Anstalten.............................................................. 27.000 Mann Nicht mobile Armee-Anstalten . . 94.000 „ Grenztruppen in der Heimat . . 9.900 „ Depöt-Abtheilungen der Infanterie, Cavallerie, Artillerie etc............................... 161.000 „ 291.000 Mann Zusammen 984.000 Mann. Dass aber bei dem ausgewiesenen Stande der zur Verwendung gegen den Feind verfügbaren Truppen die Haupt-Armee wegen Zer­splitterung der Kräfte im Vergleiche zu der Stärke des Feindes den­noch im Nachtheile blieb, findet darin seine Erklärung, dass die Besatzungen der festen Plätze in Italien allein 75.000 Mann bean­spruchten, während die österreichische Heeresleitung, in frischer Erinnerung der im Krimkriege zu Tage getretenen Verhältnisse, der Sicherung der Küsten alle Sorgfalt zugewendet hatte, welche noth­wendig war, um eine Landung des Feindes im Rücken der Armee abzuwehren oder so lange als nöthig aufzuhalten. Noch wichtiger aber war die für Österreich schon so oft verhängnissvoll gewesene Noth- wendigkeit der Theilung seiner Heeresmacht zur Verwendung auf dem Kriegsschauplätze am Rhein und am Po, welcher Umstand nun selbst noch den letzten Stadien des Krieges von bedeutendem und übelstem Einflüsse war. Einige Befriedigung gewährt indessen die riesige, bis dahin von keinem Staate noch erreichte Machtentfaltung Österreichs im Kriege von 1859. Ohne zu der allgemeinen Wehrpflicht zu greifen und blos mit zehnjähriger Dienstverpflichtung im Linienheer und in der Reserve, sehen wir den Kaiserstaat, durch den Patriotismus seiner Bürger, welcher Tausende Freiwillige in die Reihen des Heeres eintreten lässt, wie durch die Enei’gie der Oberleitung der Armee den Stand seiner

Next

/
Thumbnails
Contents