Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (1876)

Die Schlacht von Königgrätz

Die Schlacht von Königgrätz. 37 unbedeutendes Gewicht in die Wagschale warf; ferner aber theilte sich auch die kleine Division Prondzynski, durch die Verhältnisse genöthigt, noch in einer Weise, von welcher der Commandeur selbst sagt, dass „sie bei einiger Energie des gegenüberstehenden Feindes sehr gefährlich war“ und „eine Situation ergab, wo der Tüchtigkeit der Truppen und dem Glück oder vielmehr der Vorsehung des all­mächtigen Gottes vertraut werden musste etc.“ Der actenmässig festgestellte Sachverhalt ist folgender: Die Brigade Henriquez, welche südlich von Trotina gelagert hatte, rückte am 3. Juli 8 Uhr Morgens in nordwestlicher Richtung gegen die Höhen von Sendrasitz, wo sie mit dem Infanterie-Regiment König der Belgier Nr. 27 am linken, und mit dem Infanterie-Regiment Grossherzog von Hessen Nr. 14 am rechten Flügel Stellung nahm, während das 9. Jäger-Bataillon den hochgelegenen, gegen das Trotina- Thal steil abfallenden Wald nördlich von Sendrasitz besetzte. Gegen Mittag wurde bemerkt, dass aus der Gegend von Smiritz-Josefstadt feindliche Truppen im Anmarsch gegen Trotina sich befanden, die theils in südwestlicher Richtung gegen den Höhenzug von Sendrasitz, theils in südöstlicher Richtung gegen Trotina zogen. Um über ihre Stärke Aufschluss zu erhalten, unternahm eine Escadron Huszárén der Division Taxis über Trotina hinaus eine Recognoscirung und brachte gefangene preussische Huszárén ein, laut deren Aussagen die auf der Strasse Josefstadt-Königgrätz marschirende feindliche Colonne aus 1 Infanterie-Regiment, 2 Batterien und einer Division Cavalierie be­stünde, indess die andere, den Weg über und hinter die Höhen ge­zogene Colonne an Infanterie und Artillerie stärker sei. Demzufolge bezog die Brigade folgende Gefechtsstellung: 2. Bataillon Belgier- Infanterie am Thalrande beiderseits der Josefstadt-Königgrätzer Chaussée, Front nach Norden, den rechten Flügel an die Elbe gelehnt, 1. und 3. Bataillon des Regiments zwischen der Höhe von Hofenowes in Richtung des vom 9. Jäger-Bataillon vertheidigten Gehölzes und der Trotina; 2. Bataillon Grossherzog von Hessen - Infanterie im Orte Trotina vor dem rechten Flügel der Aufstellung, behufs Vertheidigung dieses Defilé’s; 1. Bataillon bei den Brücken von Lochenitz und Predmeritz; 3. Bataillon im zweiten Treffen als Reserve hinter dem 1. und 3. Bataillon Belgier. Nachdem das 9. Jäger-Bataillon aus seiner Aufstellung im Ge­hölze von Hofenowes geworfen worden war, gieng das am linken Flügel umgangene Regiment Belgier mit dem 1. und 3. Bataillon in eine Stellung hinter der von Trotina nach Sendrasitz führenden Strasse zurück, Plänkler in den Strassengraben vorschiebend. Bald darauf rückte der Feind, welcher seinen Aufmarsch auf dem linken Trotina-Ufer fast unbemerkt bewirkt hatte, mit dem rechten Flügel — ungefähr zwei Bataillone — von den dominirenden

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