Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 8. (Wien, 1821)
XXXI, Hauptstück. VIII. Abschnitt. Von der Reinigung der Krankenzimmer. jáiidntitát der zu einer SÄ«» cherukignörhisen Materialien, ykrh. «m ii. May 806.1.3101. §, 8094. Die Quantität der Materialien, welche zur Räucherung eines Zimmers oder Saales von bestimmter Größe erfordert wird, läßt sich wegen der Mannigfaltigkeit der Umstande, die da eintveten können, nicht genau angeben, und es muß dabey nothwendig immer das Gefühl des Kranken und Gesunden zu Rathe gezogen werden; indessen kann man doch folgenden allgemeinen Maßstab annehmen. Für ein Zimmer von mittlerer Große und ansehnlicher Höhe, das zum Beyspiel 20 Schuh in der Länge, eben so viel in der Breite, und wenigstens 12 Schuh in der Höhe hat, und worin sich vier Betten mit Kranken befinden, werden zu einer jedeffRäucherung mit Salpeter-Säure ungefähr zwey Loth Salpeter, und eben so viel Vitriolöhk, die man in zwey, drey bis vier Schalen vertheilen kann, erforderlich seyn. Bey größeren Zimmern und Sälen werden die Materialien und Apparate verhältnißmäßig vermehrt. Immer muß dabey auf die Zahl der Kranken, die in einem Zimmer liegen, besonders Rücksicht genommen werden; denn ein Zimmer von gleichem Raume, das aber mehrere Kranke enthält, erfordert auch eine größere Quantität zur Räucherung. Zu der Räucherung mit gemeiner Salzsäure braucht man ungefähr dieselbe Quantität von Materialien wie zu den Salpeter-Säuren, nur, daß man immer ein Fünftel mehr Kochsalz, als Schwefelsäure, nimmt. Zu den Räucherungen mit o.rygenirter Salzsäure bedarf man für einen größeren Saal von 10 bis 12 Betten (denn für kleinere Zimmer sind die vorher angeführten Räucherungen bequemer) ungefähr 6 Loth Kochsalz, und die übrigen Ingredienzien in dem oben angezeigten Verhältnisse. Damit kann in einigen Minuten der ganze Saal mit Dampf erfüllt werden. In noch größeren Sälen, zu Gewölben, Kirchen, wozu sich die oxygenir- ten salzsauren Räucherungen vorzüglich schicken, dürfen nur die O.iuntitdten der Materialien verhältnißmäßig vervielfältiget werden. tz. 8oq5. Alle diese Räucherungen mit Mineral-Säuren leisten die angeführten Wirkungen, und können daher zu den berührten Zwecken angeordnet werden, und eine kann die andere in Ermangelung des Materials ersetzen. Doch verdienen Räucherungen mir den Dämpfen der vollkommenen Salpetersäure einen Vorzug, wenn Krankensäle, Zimmer rc., wo viele Menschen sich aufhatten, -gereiniget werden sollen, weil dieselben der Brust der Anwesenden (wenn anders die Entwickelung der raschen Dampfe vermieden wird, und dieselben nicht zu übermäßig und zu unvorsichtig gebraucht werden) nicht nachtheilig sind, und von Gesunden und Kranken unter allen mineralsauren Dämpfen am besten vertragen werden. Die Dämpfe der gemeinen Salzsäure werden zwar von den Respirations-Organen leichter vertragen, als jene der oxygenirren Salzsäure, und können in Ermangelung der Ing'^dienzien zur Bereitung der Salpetersäure auch in bewohnten Zimmern und Gebäuden mit der Vorsicht, daß man sie nicht in zu großer Menge und nicht allzu nahe an den Köpfen der Kranken entwickeln lasse, zum Räuchern ängewendet werden; doch erregen sie leichter, als die vorher gehenden, Husten, Stecken rc., und die Kranken ertragen sie in der Regel weniger als die salpetersauren Dämpfe. Uebrrgens ist der Gebrauch der Räucherungen mit dem Dampfe der gemeinen Salzsäure in leeren und unbewohnten Zimmern, Häusern, Schiffen u. s. w. zur Zerstörung der Ansteckung und zur Sicherung vor ihr, wie auch zur Reinigung der Luft, allerdings höchst wichtig und schätzbar. Die Dampfe der oxhgenirten Salzsäure wirken leicht auf die Lungen nachtheilig, Ute rien Husten, Brustschmerzen, Beklemmung, Zusammenschnürung der Brust, Blutspeyen, und, in größeren Quantitäten eingeathmet, auch leicht Erstickungszufälle erregen. Sie sollen daher zu Räucherungen unter Menschen, und in bewohnten Häusern, Zimmern oder Krankensälen nicht ohne Noth angewendet werden. Doch wirken sie am besten aus allen auf Zerstörung der faulichten Ansteckungsstoffe, und verdienen daher zur Reinigung der Luft als ansteckungswidriges Mittel in unbewohnte 3fu§tt>a$I 5er »erfcfneienen iRinerals Säuren ju SKäuc&e? «ingen. Í9. fl»lai. 8#6„L 2151,