Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 6. (Wien, 1821)

Von den Dien stpferden. 2.71 ■ §. 6257. Nach der Ankunft beym Regiments sind die Remonten nur nach und nach an ihre neue Bestimmung zu gewöhnen, und dazu vorzubereiten. Es muß ihnen daher anfänglich, so viel es nur immer möglich ist, Freyheit gelassen, und dieselben dürfen nur nach und nach an den Zwang gewöhnt werden. So weit es nur immer möglich ist, sind die Remonten in möglichst kalte und luftige Stallungen u 11 terzu br ing en. Da besonders die Remonten beständig im Freyen zu leben gewohnt sind, so muß) den­selben, so viel es nur immer thunkich ist, Bewegung im Freyen verschafft werden, dieselben sind daher anfänglich, ohne alle Rücksichr auf Witterung, täglich 1 Stunde oder auch 2 Stun­den auf die Art spazieren zu führen, daß man sie an alte Pferde, auf welche sich der Mann zu setzen hat, anbindet. Wenn dieselben erkranken, so sind sie sorgfältigst abzusondern, um jede Ansteckung zu vermeiden. Behandlung 8er Remonten nach der Ankunft beym Regi­mente. Hkth.am «4.3un. 812. k i4o5. §. 6256. Zur Conservation der Pferde ist eine sorgsame Pflege wesentlich, und sie begreift in sich die Stallung, Reinhaltung, Nahrung, Ruhe, Bewegung und verschiedene andere Vor­sichtsmaßregeln. Freylich verhindern oft Umstände, in die man nicht selten versetzt wird, von aller je­ner Sorgfalt Gebrauch zu machen; allein selbst damahls, und besonders wo Gelegenheit da­zu vorhanden ist, soll nichts versäumet werden, was nur immer angewendet werden kann. Der Stall muß Luft, mäßiges Licht, und soviel Raum haben, daß es im Winter we­der zu kalt, noch im Sommer zu dunstig oder zu warm werde. Das Pferd muß sich in seinem Stande bequem legen und strecken können; dieses wird «der verhindert, sobald dasselbe zu kurz angebunden ist. Der Kopf hängt sodann in der Half­ter, welche einschneldet, nicht selten die Augen quetscht, und statt der Ruhe Schmerzen macht. In dieser gezwungenen Stellung kann es nichr anders als auf seinen Füßen sitzen, es springt daher öfters auf, um sich auf eine andere Sette zu legen, allein es findet überall das nähmliche Hinderniß. Der Kreislauf wird dadurch an allen Orten gehindert; geschwollene Füße, welche bald und bey mittelmäßigem Gebrauche abgenützt werden, die Stalldeule, wel­che nur durch einen voraus gegangenen Reitz entstehet, und also hier besonders durch den an­haltenden Druck der Stellen erzeugt wird, Gatten, Steifigkeit der Schenkel, und mehrere andere Uebel sind die Folgen dieses unbequemen Zustandes. Der Zugang zum Stalle soll rein, und von Allem, was die Luft verdirbt, frey seyn. Der Stall selbst soll nicht zu tief liegen, und keinen feuchten Grund haben, der Fußboden muß immer trocken und rein erhalten, und der Ablauf des Urins möglichst befördert werden, sonst entstehen Augen-, Hufschaden und böse Drüsen. Zu Zeiten sind Dämpfe von angezündetem Pulver oder das Verdampfen gekochten Es- siges, auf eine flache Schüssel gegossen, zur Verbesserung der Luft sehr gut. Da s Heu muß nicht auf den Boden der Stallungen aufbewahrer werdest, damit sol­ches nicht durch die heftigen Ausdünstungen verdorben oder der Gesundhetr der Pferde nach­theilig werde. §. 025t). Das Putzen des sich auf derHautund in den Haaren sammelnden scharfen grauen Stau­bes, und überhaupt die Retnhaltung des Pferdes ist zur Conservation unumgänglich nörhig; hierzu gehören hauptsächlich der Striegel, die Bürste und ein Wischtuch. Mir einer Hand er­greift man die Stallhalfter, und fährt mit dein ttt der anderen Hand haltenden Striegel vom Ansätze des Kopfes am Halse hinunter über die Schultern, und so nach und nach über den ganzen Leib des Thieres bis an die Hinterbacken. Man führt den Striegel leicht und geschwind nach allen Richtungen, und klopft den Staub aus demselben heraus. Die empfindlicheren Gtütiferoafiott bet 'Pferbe- ») ©urcp bie @taliung. fjftf». am 6. 2tpr. 784. » »i. @ep. 807. *>) ©urd bte fteftitjaiftttit. I am ». ©ep. 007.

Next

/
Thumbnails
Contents