Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 6. (Wien, 1821)

Von dem Pferde-Einkaufe in Friedenszeiren. «Ly Ein zu langer Hals hat nicht Haltung genug, den Kopf zu tragen; ist er auch zu dünn, so hat er nicht die Stärke eines Mittelkörpers zwischen des Reiters Hand und de n Mauke des Pferdes; ergibt nach, beugt sich, und die Wirkung, besonders auf niedere runde La­den, wird dadurch vermindert. Ein zu kurzer Hals ist als Mittelkörper zwischen Hand und Maul zu unbiegfam, for­dert mehr Gewalt, diese macht die Empfindlichkeit der Laden stumpf, und die Leichtigkeit der Bewegung geht verloren. Die falschen Hälse, welche vom Widerriste aus gerade in die Höhe, und mit ihrem Untertheile sich nicht in schiefer, sondern gerader Richtung in die Brust senken; der Speck hals mit einer Anhäufung von Fett an seinem oberen Theile; der Häng eh als, wenn diese zu beträchtliche Anhäufung den oberen Theil des Halses herunter beugt, und der Skchweinhals, welcher kurz, und in allen seinen Theilen zu dick und zu fett ist, sind schwer in die Faust. Der Hirsch- oder ausgehauene Hals, der eine dem schönen Halse entgegen gesetzte Beugung, vom Widerriste gegen die Mitte des Halses aber einen beträchtlichen Aus­schnitt hat, ist widrig in der Hand, gibt den Kopf nicht herbey, und solche Pferde dringen auf die Stangen, schnellen mit dem Kopfe, und können nie wohl in das Gleichgewicht arbeiten. §. 6185. Die Brust darf nicht zu breit und nicht zu schmal seyn; im ersten Falle wird die Last des Pferdekörpers wegen der zu weit stehenden Vorderfüße von einer zur anderen Seite gleichsam geworfen, wodurch eine unangenehme Fortbewegung entsteht; tm anderen Falle hat die Lunge nicht Freyheit genug, sich auszudehnen. Die Vorderfüße stehen zu nahe an einander, mithin in einem zur Haltung des Ganzen zu kleinen Raume. §. 6186. Der Widerrist soll bey einem gut gebaueten Pferdebeylaüfig einen Zoll Mehrbeträ­gen, als die Höhe der Krupe. Ist er zu niedrig, so vermag er den Sattel von den Schul­tern nicht abzuhalten. Diese werden eingenommen, ihre freye Bewegimg wird gehemmt, und mit der Last des Reiters zu vtel beschwert. Ein solches Pferd ermüdet bald, und ist vielen Nebeln, am meisten der Steifheit der Schultern ausgesetzt; der Widerrist unterliegt dann, besonders wenn'er zu steischig ist, der Reibung zu sehr, und wird verletzt; die Geschwindig­keit wird durch die Gegenwirkung des Hintertheiles übereilt, und der Gang unsicher gemacht. Ist er zu hoch, so gleitet der Sattel nach hinten zu, verletzt, und die Geschwindig­keit verliert, da die fortschreitende Bewegung verringert wird; weil die Hinterfüße die Ge­genwirkung des Vordertheiles in einer schiefen Richtung überwinden müssen, woraus Ver­minderung der Kraft, mithin auch der Geschwindigkeir, entsteht. tz. 6187. De r Rücken soll in einer geraden Linie hinlaufen. Beschreibt er eine eingebogene Linie, so heißt er h 0 hl, oder ein Senkrücken; und ist die Vertiefung beträchtlich, so heißt das Pferd eingesattelt. Solche Pferde sind schwach und von keiner Dauer, indem sie bald ermüden. Ist der Rücken aufwärts gebogen, so ist es ein Esels- oder Karpfen rücken, dem Drucke und Quetschungen unterworfen. §. 6,88. Die Flanken, welche die beyden hintersten etwas eingesenkten Sertentheile des Leibes sind, sollen mit den Rippen und Hüften eine beynahe gleiche Höhe halten, und nicht hohl oder gar aufwärts gezogen seyn. Ist ihre Bewegung, besonders im ruhigen Zustande, geschwind, was man Flanken- schlagen heißt, und behält das Pferd seine Eßlust, hat aber dabey einen trockenen Hu­sten , so ist es dämpfig. Band vi. 6b * Wie die Brust eines Pferdes gestaltet seyn muß. Hkth.am i.Sep.807. » » 14.2i«g. 811. h 3444. Form des Widerristes eines gut gebaueten und diensttaug­lichen Pferdes. Hkth.am 1. <0ep. 807. » » >4.2iug, 811. H 3444. Gestalt eireé znm Satteln geeigneten Pferdecückens. H'th. am 1. Sep. 807. » » 14.2iuq. 811. K 3444. Was unter den Flanken ver­standen wird, und wie diesrlven beschaffe» seyn sollen. Hkth.am >. Sep.607. » »> 14. vfuf. 8t 1. R3444­■ o

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