Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 4. (Wien, 1820)
XVI. Hauptstück. III. Abschnitt. am Tuche des Mantels abwärts in Gestalt eines Sackes angeheftet werden muß. Am Boden der tingirten Leinwand ist eine kleine kalb-oder schaflederne Schleife anzunähen, durch deren Oeffnung das Bindband, wenn solches erngeschlaaen wird, gesteckt werden kann. Das Schweißleder, welches ebenfalls von schwachem Kalb-oder Schafleder geschnitten wird, ist an den unteren Rand des Ueberzuges verkehrt mit starkem Zwirne fest mit Hinterstichen anzunähen, und während des Anreichens so auszuziehen, daß es, wenn man es umschlägt, keine Falten macht, und um und um auslangt; dann sind inwendig an dem Ende des Schweißleders 6 Schuh 5 Zoll lange, zwirnene Bänder in gleicher Entfernung von einander anzunähen. Der Sonnen- und der Nackenschirm, welche an den Seiten zusammen reichen und zusammen genahet werden, sind auf den Ueberzug mit Steppstichen auf solche Art aufzunähen, daß sie das Schweißleder fassen, ohne daß es auswendig vor die Beschirmung vorstehe. Die Barkan-Rose, welche aus einem gelben und einem schwarzen, n‘4 Zoll langen und v/4 Zoll breiten Barkan-Streifen bestehet, wird solcher Gestalt in die Falten gelegt, damit sie in der Rundung im Durchschnitte 3/4 Zoll mißt, wovon die gelbe Abtheilung dieser Rose aus - und die schwarze einwärts zu stehen kommt. Sie wird vorn auf oben erwähnte Art 344 Zoll vorn Rande des Schweißleders aufwärts aufgenähet, dann irr der Mitte mit einem kleinen metallenen Knopfe versehen. Das Mieder, welches zur Ausfüllung und Steifung des Ueberzuges gehört, wird auS 2 Theilen nach der Patrone aus Futterleinwand geschnitten, zwischen welche i Garnitur oder 4° Stück hölzerne Spane, die aufwärts zu stehen kommen, eingenähet werden. Diese Späne müssen, oben und unten, etwas abgerundet werden, damit die Spitzen das Tuch nicht durchbohren können. Ueber diese in das Mieder eingenäheten Späne wird an den Enden die Leinwand gut übernähet , und zwar auf den oberen Rand noch inzwischen ein starkes alaunledernes Riemchen fest mir doppeltem Zwirne eingenähet, damit der Bodenreif darauf ruhen kann; und von dem unteren Rande in einer Entfernung von TA Zoll aufwärts wird zu beyden Seiten ein Bind- oder Attaque - Band, wie für die Grenadier-Mützen, angenahet; ferner wird 4 Zoll von dem unteren Rande aufwärts ein von doppelter Leinwand >44 Zoll breiter, zusammen genähter Streif quer über die Oeffnung an den Seiten aufgemacht , damit die Csako's der Mannschaft nicht zu tief in den Kovf herab fallen. Dann werden in der nähmlichen Höhe, wie erwähnter Streif, 6 Stück 5 Zoll lange, zwirnerne Bänderangenähet, welche mit den an dem Schweißleder des Ueberzuges befindlichen Bändern in gleicher Reihe stehen müssen, bamit solcher Gestalt Las Schweißleder an das Mieder zusammen gebunden, fammt dem Ueberzeuge gespannt und befestiget werden kann. Zur Erhaltung der Rundung wird unter die Bänder des Mieders der kleinere Drahtreif hinein gebunden, damit er nicht hinauf weichen, sondern fest stehen muß, daß er das Mieder aus einander halte. Dieser kleinere Drahtreif wird, wie der oben erwähnte größere, von grobem Riemerdrahte erzeugt, schön in die Runde und gehörige Peripherie geformt, und mit den Enden gut zusammen geschweißt, oder mittelst Umbiegung des Drahtes fest zusammen gefüget. Da übrigens die Ueberzüge dieser Cjako's wegen der Verpackung zum Abstreifen gerichtet sind, so muß fo. viel möglich darauf gesehen werden, damit solche auf jedes der Mieder, und so umgekehrt, die Mieder auf jeden Ueberzug passen, und damit durch eine Verwechselung keine nachtheiligen Folgen entstehen. 'Auch selbst die Verwechselung kann man in so weit vermeiden, wenn bey Verpackung die Drahtreife in das zusammen gelegte Mieder gesteckt, und die zusammen gehörigen Uebe.r- züge und Mieder aufeinander unmittelbar gelegt und gepackt werden.