Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 3. (Wien, 1820)
531 aber bei’ Herd gelegt, und die Materialien nur zum Hernehmen ordentlich bey jedem Ofen in voraus eingetheilt, und die Maurer einmahl geübt sind, solchen in v/2 Stunde der gestalt herzustellen haben, daß schon das Feuer darin brennt. §. 4211. Die Größe eines eisernen Ofens bestimmen die Ziegel, nach deren Länge einer von tiu bis 90 Schuß ausfallen kann. Zu dessen Aufbauung sind an Materialien erforderlich 1100 bis 1200 Mauerziegel, 5 Fuhren Lehm, 2 Fuhren Schotter ober Kiesel und eine Butte Schweinhaar oder 2 Butten Gräthen zur Abziehung der Haut im Gewölbe, bann eine halbe Klafter weiches Holz zum Ausheitzen, wenn er fertig ist. §. 4212. Zwischen zwey Oefen wird das Backzelt in der Zeit, als die Maurer an ben Oefen arbeiten, von den Bäckern aufgeschlagen, die Nagelgärbe für zwey Oefen nach der Quere in der Mitte des Zeltes , die Mischrnoltern an beyden Enden desselben, die beyden c^auer- moltern aber an ber Wand neben ber Nagelgärbe gestellt, und sogleich zur Herführung oer Sauer geschritten. Wenn Behältnisse hinlänglich vorhanden sind, und Bequemlichkeit genug ist, so kann auch die Aufstellung der Zelte erspart werden. H. 4213. Bey allen offenen Bäckereyen, wo es seyn kann, soll man trachten, die Mundlöcher der Oefen gegen Mittag anzubringen, ober wenigstens nach eingczogener Erkundigung Vorbeugen, daß die stärksten Winde niemahls gerade auf das Mundloch ober den Camin, sondern in die Seiten anfallen. h. 4214« Wenn an schiffreichen Flüssen ober Strömen zur Erleichterung ber Brot - Transportirung Feldbäckereyen angelegt werden, so ist hinsichtlich des Backofenbaues vorzüglich zu beobachten, daß die Oefenmundlöcher dem gehenden Strome entgegen gesetzt, oder wegen Mangels des Terrains die Oefen so gestellt werden, damit die Zugluft des Wassers entweder von ber rechten ober linken Seite her streiche, weil im widrigen Falle bey beständiger gerader Zugluft auf den Camin in einer dergleichen Bäckerey vor Rauch nicht zu bestehen wäre, nebst diesem auch die Luft durch den Camin das Feuer zu den Mundlöchern stets heraus schlagen würde. §. 4215. Wenn irgend in einem Backofen eine Zeit lang nicht gebacken wird, so ist derselbe 24 Stunden vor der Verbackung ein Mahl, und im Falle der Ofen feiner Lage nach viele Feuchtigkeiten an sich gezogen hätte, in 48 Stunden zwey Mahl wohl auszuheitzen, und bas darauf verwendete Holz vassierlich in Ausgabe zu stellen. tz. 4216. Man rechnet zu einem großen gemauerten Ofen von 100 bis »25 Schuß, wenn bi? Bäckerey Tag und Nacht fortgehet, 10 gemeine Bäcker. Zu einem Ofen von 60 bis 80 Schuß und zu einem eisernen Ofen 6 Mann, bann zu einem Ofen von beyläuftg 5o Schuß 6 Mann. Wo aber die Bäckerey nicht beständig fortgehet, wird nur die Hälfte angetragen. Im Felde werden auf 6 Oefen 12 gemeine Bäcker wegen Erkrankung in Reserve gegeben. h. 4217. Außer diesen zweyerley Gattungen von Feldbacköfen besteht noch eine dritte Gattung von gemauerten Feldbacköfen ohne versenkte Grundlage mit Anwendung eiserner Schienen zu ihrer Wölbung statt der hölzernen Lehrbögen. Ba nd in. Von ben Backöfen und Anlegung ber Feld bäckerey. Was die Größe eines eisernen Ofens bestimmt, und wie viel an Materialien zur Erbauung derselben nöthjg ist. Hkth. am 6. März 782. A ,69. Wann das Backzett aufzü- schlagen ist. Hkky. am 6. März 78a. A 268. WiedieMuuLIöcherderOefen bey offenen Bäckereyen anzu- bringen sind. Hkth. am 6. März 782- A 268. Waszubeobachten ist, wenn an schiffreichen Flüssen zur Erleichterung derTransportirung Feldbäckereyen angelegt werden. Hkth. am 6. März?92. A268. Wie oft ein Ofen geheihr werden muß, wenn in demselben eineZeitlang nicht gebacken worden ist. Hkth. am 6. März 782, A 268. Wie viel Bäcker »u einem großen gemauerten Ofen nö- thig sind. Hkth. am 6. März732. A 268. Außer diesen zweyerleyGat- tungen von Backöfen besieht noch eine dritte Gattung. Hkth. am 6. Mürz 782. a 268. i34 *