Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 2. (Wien, 1820)
238 VI. Hauptstück. XI. Abschnitt. Von der Herausnahme der Lunge und des Herzens aus dem todken Körper. Hkth. am i5. ge&.8i8. c 209. aber-Geschwülste, Brustwassersucht, eine Ansammlung von Eiter, Blut, Luft u. dgl. zu beobachten ist. §. 2069. Nun werden die Lungen sammt Dem Herzen, nachdem man sie von den vorher unterbundenen großen Gefäßen und der Luftröhre getrennt hat, aus der Brusthöhle heraus genommen, vom Blute mit Wasser gereinigt, und untersucht, in Hinsicht auf ihre Farbe: ob diese braun, blau, roth oder weißlich; in Hinsicht auf ihre Conststenz und Elasticitat: ob diese, wie bey einem anderen durch und durch festen Eingeweide beschaffen, oder davon verschieden ist; in Hinsicht auf ihre gesunde oder krankhafte Beschaffenheit: ob sie nicht etwa mit Knoten, Eitersacken, Schleimanhäüfungen, Ueberfüllungen mit Blut, Wasseransammlungen u. s. w. versehen sind; endlich auch in Hmsicht ihrer frischen oder schon in Fäülniß übergegangenen Beschaffenheit: ob sie den faulen Geruch, die bläuliche Mißfarbe, eine breyichte Conststenz und längs den Einschnitten der Lungenlappcn Reihen von Luftbläschen im Zellengewebe haben. Was hinsichtlich der Verbindung der Lunge und des Herzens zu beobachten ist. Hkth. am 25. ^5.818.6209. Die Lunge muß auch zerschnitten werden. Hkth. am r5. Fe!'. 818.6209. §. 2070. Sodann werden die Lungen, noch mit dem Herzen verbunden, in ein hinlänglich tiefes und geräumiges, mit remem, erwärmtem Wasser angefülltes Gefäß sanft auf die Mitte des Wassers gelegt, so daß sie darin ihrem eigenthümlichen Gewichte nach frey schwimmen oder niedersinken können. Dabey beobachtet man nun genau, ob die Lungen mit dem daran befindlichen Herzen ifit Wasser schwimmen ober zu Boden sinken; ob sie langsam oder plötzlich zu Boden sinken; ob nicht etwa ein Thbil derselben/ und welcher, oben auf dem Wasser zu zögern scheine, oder ob sie nach allen Theilen gleich ganz und gar niedersinken, ob sie nicht in der Mitte dös Wassers im Gefäße schwebend bleiben, oder ganz den Boden des Gefäßes erreichen. Hierauf trennt Man das Herz nebst seinem Herzbeutel von den Lungen, wiederhohlt mit den Lungen allein den nahmlichen Versuch, und bemerkt vorzüglich, ob bey einer Veränderung der Lage der Lungen im Wasser dieselben leichter oder schwerer niedersinken, oder ob vielleicht ein bestimmter Theil derselben immer oben aufschwimmt, und nur von einem anderen Theile beständig niedergezogen wird, und welcher Theil der Lungen dieses sey. Man trenne nun beyde Lungen von einander, wiederhohle den nähmlichen Versuch mit jeder Lunge besonders, bemerke genau, ob sich beyde im Wasser gleich verhalten, oder von einander abweichen, und worin; ob diese llnterschiede die rechte oder linke Lunge betreffen. §. 2071. Hierauf zerschneide man jede Lunge einzeln in mehrere Stücke, ohne jedoch die Stücke von beyden mit einander zu verwechseln, und beobachte: ob beym Zerschneiden ein knisternder oder zischender Schall gehört werde, der durch das Hervordringen der Luft aus den Luftzellen solcher Lungen, die bereits geathmet haben, bewirkt wird; ob aus den zerschnittenen Lungen viel oder wenig, oder gar kein Blut, und von welcher Beschaffenheit, schleimig, oder nicht, ausfließe, ob sich LuftblascheN auf dem Wasser zeigen, wenn man einzelne Stücke der zerschnittenen Lungen unter dem Wasser ausdrückt; ob beym Zerschneiden in der Substanz der Lungen keine krankhafte Beschaffenheit, Verhärtungen, Eiter, Anhäufung von Schleim u. dgl., gefunden wird; ob die einzelnen Stücke der Lungen im Wasser schwimmen, oder darin zu Boden sinken; ob alle sich gleich, wie die ganzen Lungen, verhalten, oder ob nur einige schwimmen, andere aber zu Boden sinken, und welche; ob von der rechten oder linken Lunge. — Außer den Lungen bringe man dann auch noch andere Eingeweide, als: die Leber, die Milz, bas Herz u. f. w., ganz und stückweise zerschnitten in's Wasser, und bemerke: ob auch diese schwimmen oder nicht.