Marisia - Maros Megyei Múzeum Évkönyve 31/1. (2011)

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Bemerkungen zu einer älterurnenfelderzeitlichen Ornamentform zwischen Banat und Harz 101 Die jüngeren Schalen und Tassen mit eingeritzten Sternornamenten aus dem Bereich der Westkarpaten, Mähren und Schlesien können als Nachahmungen der kannelierten Keramik des Karpatenbeckens verstanden werden. Die Form der Gefäße ist ähnlich, vor allem aber handelt es sich in beiden Fällen mehrheitlich um graphitierte, polierte Waren mit metallischem Glanz. Das Auftreten kannelierter Keramik nördlich des Karpatenbeckens, insbesondere in Kleinpo­len, ist seit längerem bekannt und wurde kürzlich ausführlich von M. S. Przybyla (2005; 2009, 251-345) besprochen. Auch hinsichtlich des Sterndekors auf tönernen Gefäßen können bereits ältere Vorläufer benannt werden. So machte S. Hansen (1994, 260) auf eine mit Girlanden verzierte Schale aus Grab 65 В von Tiszafüred, Jäsz-Nagykun-Szolnok megye, Ungarn (Kovács 1973; Kemenczei 1988, 10, Nr. 13), aufmerksam. Im Vergleich mit der älterurnenfelderzeitlichen Keramik noch ähnlicher sind Funde aus den Bestattungen von Tiszapalkonya, Borsod-Abaúj-Zemplén megye, Ungarn (Kovács 1979, 58; Kemenczei 1988, 13, Nr. 25). Beide Plätze sind der Füzesabony- Kultur zuzurechnen. Auch im südlichen Karpatenbecken treten bereits während der mittleren Bronzezeit girlandenartige bzw. bogenförmige Zierornamente auf. Dies betrifft vor allem Gefäße der Zuto Brdo-Gärla Mare-Kultur (Hansel 1968,133-142; $andor-Chicideanu 2003,91-97). Das Sterndekor auf Tonwaren hat seine Wurzeln somit ebenfalls bereits in der ersten Hälfte des zweiten Jahrtausends v. Chr., was mit den im vorherigen Abschnitt gemachten Beobachtungen hinsichtlich des Belegs entsprechender Verzierungen auf metallenen Gegenständen harmoniert. Kulturkontakte zwischen Banat und Harz während der älteren Urnenfelderzeit Es bleibt zunächst festzuhalten, dass das aus mehreren, sich berührenden bzw. über­schneidenden Bögen konstruierte Stern- oder Spinnennetzdekor über einen langen Zeitraum sowie über weite Entfernungen hinweg die verschiedenen Regionen des bronzezeitlichen Mit­teleuropas verbindet. Innerhalb dieses Kommunikationsraumes muss sein Auftauchen auf den Blechtassen von Dresden-Dobritz, Osternienburg und Viernheim weitab von ähnlich gestal­teten Keramikgefäßen nicht überraschen. Trotzdem soll es abschließend um die Beziehungen Ostdeutschlands in das Karpatenbecken gehen, um die eingangs aufgeworfene Frage hinsicht­lich der Funde aus dem Hügel von Susani und vergleichbarer Keramik nochmals aufzugreifen. Die analog ornamentierten Blechtassen mit Sterndekor sind zwar auf wenige Fundorte an Rhein und Elbe beschränkt, der übergeordnete bzw. eng verwandte Typ Friedrichsruhe hat aller­dings wie viele andere Metallgefäße der Bronzezeit eine deutlich ausgedehntere Verbreitung. Man kennt Exemplare von Jütland bis Siebenbürgen (Sprockhoff 1930, 51-56; Thrane 1962, 142- 144; Jacob 1995, 12-23; Patay 1996, 406-408; Soroceanu 2008, 35-41; Martin 2009, 33-52). Auch der Eimer, in dem sich ein Teil der übrigen Gegenstände des Depots von Dresden-Dob­ritz befand, gehört dem in weiten Teilen Europas dokumentierten und langlebigen Typ Kurd an (Sprockhoff 1930,131-136; vonMerhart 1952,29-33; Patay 1990,34-40; Soroceanu 2008, 165-176; Martin 2009, 96-98). Als ebenso überregional und dauerhaft sind die hornartigen Appliken beiderseits des Henkels zweier Tassen aus nämlichen Fund (Coblenz 1951, 147-148, Nr. 15-16; Martin 2009, 41, Nr. 32, und 44, Nr. 50) zu bezeichnen, die sich mit dem Übergang zur Eisenzeit zu Rinderprotomen wandeln (von Merhart 1952,22-29; Prüssing 1991,45-47). Die grundsätzliche Gestalt und Herstellungsart der Gefäße mit Sterndekor kann demnach nicht als fremdartig im lokalen Milieu der Lausitzer-Kultur am Mittellauf der Elbe angesehen werden, vielmehr gehören sie transkontinentalen Formen an. Diese Einbindung in ein weiträu­miges Beziehungsgeflecht spiegelt sich weiterhin in der Art der reinen Deponierung wider, die

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