Marisia - Maros Megyei Múzeum Évkönyve 31/1. (2011)
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Bemerkungen zu einer älterurnenfelderzeitlichen Ornamentform zwischen Banat und Harz 99 mit Sterndekor von Handwerkern der Lausitzer-Kultur in der Slowakei hergestellt worden (Kemenczei 1979, 84-87). Die grundlegende Form der Schutzwaffen hätte man allerdings aus Transdanubien übernommen, wo entsprechende Fragmente in älterurnenfelderzeitlichen Horten auftreten. Die mit einer solchen Rekonstruktion verbundenen Datierungsdivergenzen wurden von T. Kemenczei nicht problematisiert. Denn die aus dem Bereich der sogenannten mitteldanubischen Urnenfelder sowie der nördlich anschließenden Regionen, d. h. Mähren, den westlichen Karpaten und dem Einzugsgebiet der oberen Oder, belegten Keramikgefäße mit Sternzier gehören in die ausgehende Spätbronzezeit. Im Gegensatz zu den Funden aus dem Hügel von Susani sind die Ornamente nur selten kanneliert, sondern überwiegend eingeritzt (Abb. 3). Entsprechende Gefäße werden als charakteristisch für die schlesische Gruppe der Lausitzer-Kultur und die Kyjatice-Kultur erachtet (Gollub 1960, 16; Podborsky 1970, 50; Dohnál 1975, 47-49; Veliacik 1983, 133-135; Kemenczei 1984, 45; Kujovsky 1994, 312-313; Furmánek Et Al. 1999, 108). Sie treten vor allem als Beigaben in Bestattungen auf. Die betroffenen Inventare, beispielsweise auf dem großen Gräberfeld von Kietrz, wojewödztwo Opole, in Oberschlesien, Polen, datieren an das Ende der jüngeren Urnenfelderzeit, d. h. nach HaB 2/3 bzw. Periode V (Gedl 1979, 46; Gedl 2000, 92). Tendenziell lässt sich eine Bindung an reichere Ausstattungen mit umfassenden Geschirrsätzen feststellen, weshalb man den Tassen und Schalen mit Sterndekor wohl eine Funktion als besondere Trinkgefäße zuordnen darf. Eine hohe gestalterische Ähnlichkeit zu metallenen Ausführungen ist aus dieser Sicht kein Zufall und wird durch mitunter auftretende Knubben als Imitation der typisch jüngerurnenfelderzeitlichen Buckelzier unterstrichen (Podborsky 1970, 50; Dohnál 1975, 48). Zusätzlich handelt es sich mehrheitlich um graphitierte und polierte Waren, die zumindest ansatzweise den Glanz metallischer Gefäße nachzuahmen vermögen. Es wird aus dieser Perspektive deutlich, dass die von T. Kemenczei vorgeschlagene Herleitung der Sternzier auf Kappenhelmen aus dem Bereich der mitteldanubischen Urnenfelder nicht nur aus chronologischen Gründen kaum aufrechterhalten werden kann. Zudem kommen mutmaßliche Fragmente entsprechender Schutzwaffen insbesondere in älterurnenfelderzeitlichen Depots zwischen Balaton und Save sowie in Siebenbürgen vor (Hansen 1995; Clausing 2001, 208-216; Mörtz 2011). Für das Einzugsgebiet der mittleren Theiss sind hingegen kegelundglockenförmige Kopfwehren typisch (Hencken 1971, 32-51; Schauer 1988; Hansen 1995; Clausing 2001, 217-220; Mörtz 2011). Es ist daher meines Erachtens überzeugender, das plastische Sterndekor mit der kannelierten Keramik zu verbinden, die für weite Teile des Karpatenbeckens als charakteristisch für die ältere Urnenfelderzeit anzusehen ist (Kemenczei 1984, 64-73; Gumä 1993; Bukvic 2000; Pankau 2004, 27-42; Przybyla 2009, 89-116). Das Sterndekor in der Innen- und/oder Außenfläche von tönernen Schalen und Tassen ist dieserart als Variante der Girlandenzier zu sehen (Boroffka 1994, 8-17; Pankau 2004, 71-73). Belege für entsprechende Tonwaren hat C. Pankau (2004, 72-73) zusammengetragen, wenngleich sich die Verweise mitunter auch auf bogenförmige Ornamente beziehen, die hier der Radsymbolik zugeordnet werden. Es wäre falsch, diese strikt voneinander zu trennen, da sie einerseits beide auf den Innenseiten gleichartiger Tassen bzw. Schalen auftreten und sich andererseits ihre jeweilige Verbreitung überschneidet. So kommen beide Ausführungen beispielsweise innerhalb des Keramikfundes von Debrecen-Ha/üp Puszta, Hajdú-Bihar megye, Ungarn (Kemenczei 1984, 154, Nr. 25b), vor. Es ist hier allerdings nicht der Ort, um etwaige inhaltlich-symbolische Konvergenzen zu erörtern.