Marisia - Maros Megyei Múzeum Évkönyve 26/2. (2000)
Arheologie
CONTRIBUTU LA RECONSTITUIREA TRAMEI STRADALE 109 ___________________________f_______________________________________________________________________________________________________________________ Ausgrabungen der antiken Strassen aus dem Stadtgebiet und aus der engeren Umgebung der Stadt führen zum eindeutigen Schluss dass die Strassenoberbauten ahne Ausnahme direkt auf den antiken vorrömischen Mutterboden gebaut worden sind, ohne jede Spur einer Verdichtung des Untergrundes. Entsprechend der Geometrie der Strassenquerschnitte sowie des Aufbaues der Strassenoberbauten konnten drei verschiedene Strassenklassen festgestellt werden: Hauptstrassen und Nebenstrassen innerhalb des Stadtgebietes sowie Hauptstrassen als Ausserortsstrassen die das Stadtgebiet durchqueren und innerhalb der Stadt die Funktion einer Ha.uptstrasse erfüllen. 1) . Die antiken Hauptstrassen welche in verschiedenen Tiefen (zwischen 0,80 1,80 m unter dem bestehenden Gelände) bei den Ausgrabungen in den Strassen Aurel Vlaicu (S IV, Vasile Goldig (S II), im Unirii- Park (S III) und in der Nicolae-Bälcescu Strasse (S VIII) entdeckt wurden, haben eine Breite von 6 - 8 m. Der Oberbau bestehtaus einer bis drei Lagen gut verdichtetem Kiessand. An einigen Stellen konnte auch eine 0,02 - 0,05 m dicke Sand-, bzw. feinkörnige Kiessandschicht beobachtet werden, welche die Funktion einer Zwischenlage zwischen dem Untergrund und dem eigentlichen Strassenoberbau erfüllte. Im Mittelbereich der Strassenquerschnitte wurde manchmal ein ca. 1,10-2,10 m breiter packlagenartiger Streifen aus runden, 100-200 mm großen Steinen vorgefunden (S IV - S V). Die Zwischenräume der "Steinpacklage" (es ist keine Packlage im Sinne der heutigen Strassenbautechnik, die Steine sind nicht ineinander verkeilt!) sind mit Kiessand aufgefüllt. Die Stempacklage selber ist mit Kiessand überschüttet worden. Die Verdichtung des Kiessandes aus dem Strassenoberbau hat während der langjährigen Strassenbenutzung unter den Verkehrslasten stattgefunden. Im Querschnitt weist die Fahrbahn eine gewölbte Form vor. Die Kiessandlage ist in der Strassenachse 0,20 - 0,34 m stark und verdünnt sich zum Strassenrand hin bis auf 0,05 - 0,10 m. 2) . Die antiken Nebenstrassen welche im Strassenraum der heutigen Strassen Aväntului (S V1), Nicolae Bälcescu (S VIII) und Ion Agärbiceanu (S V) entdeckt wurden, weisen eine Breite von lediglich 2,7 - 3,6 m vor. Der Oberbau dieser Strassen besteht meist aus einer einzigen, 0,10 - 0,15 m starken Kiessandlage, manchmal aber weist der Oberbau auch eine viel größere Stärke auf (SV). 3) . Die Ausserortsstrassen welche auf dem "Crecuta" genannten Gelände (S I) sowie in den Strassen Lalelelor (S VII), Vasile Goldi§ (S II), Nicolae Bälcescu (S VIII) und in der Calea Motilor (S IX und S X) identifiziert wurden, befinden sich selten an der Oberfläche des bestehenden Geländes wie z.B. an der süd-westlichen Stadtgrenze, neben der Kaiser-Quelle ("Izvorul impäratului"), meist aber unter nachrömischen Ablagerungen aus dem heutigen Stadtgebiet, in einer Tiefe von 0,70 - 2,10 m. Die in der Lalelelor-Strasse entdeckte Römerstrasse besteht aus einer Steinpacklage deren Zwischenräume mit Kiessand aufgefüllt worden sind. Die Packlage ist mit Kiessand überschüttet worden um eine relativ ebene Fahrbahnoberfläche zu gewährleisten. Trotz des aufwendigen Oberbaues ist diese Strasse nur kurze Zeit während der ersten Hälfte des II. Jh. benutzt worden, dann wurde die Strasse aufgegeben und ist wahrscheinlich durch eine andere ersetzt worden.