Marisia - Maros Megyei Múzeum Évkönyve 9. (1979)

I. Arheologie

70 KURT HOREDT Gefäßen des 4. Jhs. und einer frühen Blechfibel mit halbrunder Kopf­platte. Schließlich enthält eines der spätesten Brandgräber in Randlage aus Soporu de Cimpie eine bauchige Urne, die vermutlich in Criste$ti gearbeitet wurde. Sie wird durch einen sphärischen Anhänger mit rau­tenförmigen Zierblechen um oder nach 300 datiert21. Der Fortbestand der Töpferwerkstätten aus Criste?ti bis in das 4. Jh. kann demnach weitgehend als gesichert gelten. Die Gutshöie nehmen eine Zwischenstellung ein, da sie einerseits als Ergebnis einer von den Römern eingeführten fortschrittlichen Wirts­schaftsweise auftreten, andererseits ihre Bewohner aber den gleichen Beschäftigungen nachgehen und Ackerbau treiben, wie in den länd­lichen Siedlungen. Die Zahl der bisher ermittelten provinzialzeitlichen Anlagen schwankt, da ihre Einordnung wechselt und es sich außer um Villae rusticae auch um Villae suburbanae in der Nähe der Städte oder auch nur um bescheidene Gehöfte handeln kann. Festgestellte, aber nicht freigelegte Maueirzüge brauchen nicht unbedingt zu Gutshöfen gehört zu haben und kleine Bauten mit Trockenmauern, wie sie in Cicäu und Moresti Vorkommen22, sind eher als bäuerliche Anwesen einzustufen. Die Zahl der sicheren oder vermuteten Anlagen beträgt ungefähr 40, von denen etwa 10 Villae rusticae ausgegraben sind, wei­tere fünf können als Villae suburbanae eingeordnet werden und etwa 25 wurden auf Grund von Oberflächenfunden angenommen, aber nicht durch Grabungen nachgewiesen23. Soweit die ermittelten Teilpläne Rückschlüsse erlauben, sind die Bauten wenig umfangreich und eher bescheiden, im Gegensatz zu den zahlreichen und prächtigen ausgestat­teten Gutshöfen aus anderen Provinzen24. Während der ungefähr vier Jahrhunderte dauernden römischen Herrschaft in Pannonien und an­derswo entwickelten sich die Latifundien als wichtige wirtschaftliche und soziale Einheiten, was in der Provinz Dakien, in der viel kürzeren Zeit ihres Bestandes in geringem Umfang der Fall war. So ist es ver­ständlich, daß die wenigen Gutsbesitzer die Provinz verhessen, wäh­rend die von ihnen abhängigen Arbeitskräfte sich in die benachbarten ländlichen Siedlungen eingliederten und nicht den Gutshof weiter bewirtschafteten. Nur in zwei Fällen könnte dieses angenommen wer­den. In der Nähe der Villa rustica von Rähäu wurden talaufwärts Scherben gefunden, die vermutlich in das 4. Jh. gehören25, während in Cicäu reiche Keramikfunde des 4. Jhs. die Fortdauer des Platzes auch in spätrömischer Zeit anzeigen. An Bauresten kamen hier aber 21 D. Protase, Un cimitir dacic din epoca romanä la Soporu de Cimpie, Bucure$ti, 1976, 16, 17 Abb. 4. Zur Datierung der Bleche I. Hica-Cimpeanu, Dacia, 20, 1976, 35. 22 К. Horedt, SCrV, 6, 1956, 651—652. 23 Für die römischen Gutshöfe in Siebenbürgen vgl. I. Winkler, V. Vasiliev und Mitarbeiter, Sargetia, 5, 1963, 59—85; I. Mitrofan, ActaMN, 10, 1973, 127—150, 11, 1974, 41—59. 24 Z.B. aus Pannonien, E. B. Thomas, Römische Villen in Pannonien, Budapest, 1964. 25 I. Berciu, Al. Popa, Apulum, 6, 1967, 19.

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