Marisia - Maros Megyei Múzeum Évkönyve 9. (1979)

I. Arheologie

68 KURT HOREDT ner Überprüfung seiner maßgebenden Komponenten eine frappierende Übereinstimmung mit der Sf. Gheorghe-Kultur aufweisen. Es handelt sich um das Gräberfeld von Brateiu14, wo von 353 Gräbern 328 Brand­gräber in flachen Mulden sind. Zwar ist aus dem geschlossenen Verbrei­tungsgebiet der Sf. Gheorghe-Kultur nur ein Grab aus Sf. Gheorghe selbst bekannt, doch besitzt dieses bezeichnenderweise die gleiche Grabform. Möglicherweise sind auch die beiden Gräber aus Säräfeni hier einzuordnen. Das Auftreten des Gräberfeldes von Brateiu außerhalb des unmittelbaren Bereiches der Kultur ist durch seine Lage im Tal der Großen Kockel zu erklären, die in den Ostkarpaten entspringt, woher Träger der Kultur dann über Sighi$oara weiter flußabwärts zogen. Die­ses zeigt auch die Tatsache, daß das Gräberfeld ohne ältere Vorstufen erst im 4. Jh. beginnt und bereits Tschern jach о weinflüsse aufweist, die die Einwanderer aus Ostsiebenbürgen mitbrachten. In Brateiu sind die gleichen Komponenten vertreten, wenn auch mit einigen Besonderhei­ten, die sich aus der verschiedenartigen Verwendung des Materials, aus Grabbeigaben oder aus Siedlungsfunden, erklären. Handgearbeitete Ke­ramik, auch mit gekerbten Rändern, ist beinahe in jedem Grab nach­gewiesen, konische Tassen sind im Gegensatz zu den Siedlungen sehr selten und Exemplare mit Tupfenleisten am unteren Rande fehlen völlig. Die Funktion, die sie in den Siedlungen erfüllten scheint im Grabge­schirr nicht erforderlich gewesen zu sein. Andererseits sind die in kar­­pischen Gräbern häufig verwendeten Amphoren auch in Brateiu gut be­legt, während sie in den Siedlungen seltener Vorkommen. Krausenge­fäße, ebenso wie rote Keramik, sind zahlreich belegt, worin sich auch die Nähe der westsiebenbürgischen urbanen Zone geltend macht. Am überzeugendsten ergibt sich aber die Zugehörigkeit von Brateiu zur Sf. Gheorghe-Kultur aus den gleichen Merkmalen der Tschernjaehow—­­Sintana de Mure$-Kultur, die sich in den Sf. Gheorghe-Siedlungen und in Brateiu bemerkbar machen. Schüsseln mit einer Fazettenreihe an der Schulterkante, Originalgefäße wie z.B. ein Becher, eingeglättete Ver­zierungen und schließlich einreihige Kämme mit halbrundem Mittel­griff belegen diese Zusammenhänge zur Genüge. Die Zugehörigkeit von Brateiu zur Ostgruppe ergibt sich auch aus einem Vergleich mit der Westgruppe, wo Urnengräber vorherrschen. Gegenüber den stärker romanisierten Siedlungen im Westen, die deswegen im 4. Jh. auch schwerer zu erkennen sind, macht sich in Ost­siebenbürgen das kulturelle Substrat der Daker nachhaltiger bemerkbar und hier treten auch bereits Einwirkungen der Tschernjachowkultur auf. Wie sie übermittelt wurden, muß noch dahingestellt bleiben und man könnte auch den Zuzug einer dakischen Gruppe aus dem Osten erwägen, die bereits frühzeitig Tschernjuchoweinflüssen ausgesetzt war. Eher Hesse sich an eine Verbindung nach Süden in die Große Walachei (Muntenia) denken. Hier gibt es gleichfalls Krausengefässe, die henkel­losen Tassen mit Tupfenreihe am Boden sind belegt und Kämme mit 14 L. Bárzu, Continuitatea populafiei autohione in Transilvania in secolcle IV—V, Bucure$ti, 1973.

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