Marisia - Maros Megyei Múzeum Évkönyve 9. (1979)

II. Istorie

208 LIVIU BOTEZAN GEMEINGÜTER DER BAUERN AUF DEM GEBIET DES HEUTIGEN KREISES MURE§ IM ZEITRAUM 1785—1820 (Zusammenfassung) Im Zeitraum 1785—1820 bestanden die meisten Gemeingüter auf dem Gebiet des heutigen Kreises Mure$ wie übrigens in ganz Sieben­bürgen weiterhin aus: Weiden, Wäldern, fliessenden und stehenden Gewässern, seltener aus Sehilfdiekchten und Röhrichten, Überbleibseln von Ackerboden und Heuwiesen, Wirtshäusern, Mühlen, Sägemühlen und den Einnahmen aus dem Marktrecht. Diese ergänzten die Einkom­men der Leibeigenen und Hörigen aus den Ackerböden und Weiden über die sie auf Grund des Niessbrauchsrechtß verfügten. Allerdings kann man in Hinsicht auf die Bedeutung die ihnen zukam nicht alle Gemeingüter mit den Eigengütern vergleichen. Diesbezüglich spielten Weiden. Gewässer und Wälder eine grosse Rolle. Die Weideplätze ermöglichtem der Bauernwirtschaft den Unterhalt grosser und kleiner Haustiere, die ihnen Zugkraft, Nahrung und durch Verkauf auch Geldmittel sicherten. Die Gewässer — ob nun Bäche und Flüsse oder Teiche und Seen — ermöglichten einerseits das Vieh täg­lich zu tränken und andererseits das alljährliche Rösten des Hanfes, aus dem Leib- und Bettwäsche hergeistellt wurde. Zudem ergänzte und verbesserte der Reichtum an fisch ihre Kost. Das vorhandene Salzwas­ser erübrigte die Versorgung mit Salz, das im Handel zu schwer zugän­glichen Preisen angeboten wurde. Die Wälder hingegen versorgten die Bauernfamilien mit Brenn- und Bauholz, das möglicher,falls auch in roher und verarbeiteter Form ver­kauft wurde um den Geldbedarf zu befriedigen. Die Eicheln diensten zur Schweinemast, wodurch die Dorfbewohner für einige Wochen Ge­treide ersetzen konnten. Selbstredend hatten nicht alle Gemeingriter den gleichen Wert. Dort wo z. B. Überbleibsel von Ackerboden und Heuwiesen vorhanden waren, dienten sie entweder Einzelintereissen durch jährliche oder pe­riodische Zuteilung, oder gemeinnützigen Bedürfnissen. Sie konnten zur Deckung einiger ausserordentlichen öffentlichen Abgaben beitragen, wie auch zur Belohnung der Schaf- Kuh- und Schweinhirten, zur Er­gänzung der Einkommen der Dorfgeistlichen und -Lehrer, zum Unter­halt deis Dorfstiers. Ebenfalls kollektiven Bedürfnissen, insbesondere der Ergänzung des Gemeindehaushalts, diensten die Einkommen aus Mühlen Säge­mühen und Wirtshäusern, wie auch jene aus der Ausübung des Markt­rechts. Angesichts ihrer Bedeutung für die Einzelwirtschaften scheuten die Bauern keine Mühe die Gemeingüter zu behälten un gegen die Aneignungstendenzen der Adligen zu verteidigen.

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