Marisia - Maros Megyei Múzeum Évkönyve 7. (1977)

Studii şi materiale - I. Arheologies

84 I. H. CRISAN 18 dieser Nekropolen anbetrifft, glaubt der Verfasser, dass es sich um eine, gemischte skythisch-thrakisch-illyrische Bevölkerung handelt. Uber die Laténeerscheinung in Siebenbürgen glaubt der Verfasser, dass man nur nach der Niederlassung der Kelten sprechen kann. In der letzten Zeit konnten die Fragen die im Zussamenhang mit der keltischen Zivilisation stehen besser erschlossen werden, nachdem die Nekropolen von Piscolt (Krs. Satu Mare) und Fintinele (Krs. Bistrita-Näsäud) mit über 100 Gräbern erforscht wurden. Die archäologischen Ausgrabungen werden in beiden Nekropolen fortgesetzt. Bis jetzt kennt man im innenkarpatischen Raum Rumäniens über 80 Ortschaften wo keltische Funde geborgen wurden (Taf. XXXV). Die Er­forschung der Nekropole von Fintinele ist dem Verfasser zuständig. Sie befindet sich auf einer schmalen und hochgelegenen Terasse eines Hügels, was eine nacheinanderfolgende Bestattung zufolge hatte, welche eine klare horizontale Stratigraphie, vergleichbar mit der von Münsigen hin­­terliess. Die Nekropole von Fintinele beginnt in der Laténe Bi und dauert bis in die Laténe Ci-Zeit an. Zu den Grabbeigaben gehören ausser den Gegenständen keltischer Herkunft: Waffen, Schmuck, Keramik auch über 30 dakische mit der Hand nach hallstattzeitlicher Manier hergestellte Tongefässe (Taf. XXXVI—XXXVII), welche alle spezyfische Formen der dako-getischen Keramik des IV—III Jhs. v.v.Z. aufweisen. Unter diesen befinden sich auch die im Donau-und Balkanraum wohlbekannten glo­ckenförmigen Gefässe (Taf. XXXV, 3; XXXVII, 10), welche jetzt zum ersten Mal in Siebenbürgen erscheinen. Diese Tatsache sieht der dako­­getischen Welt an. Die grosse Menge dakischer Keramik in der Nekropole von Finti­nele veranlasst den Verfasser die Anwesenheit der einheimischen Bevöl­kerung zusammen mit den Kelten in der selben Nekropole zu mermuthen oder zumindest in der unmittelbaren Umgebung. Als Schlussfolgerung weist der Verfasser darauf hin, dass die ganze dako-getische Bevölkerung in dem Donau-Karpatenraum sich gleichmä­­ssig entwickelt hatte und das man von einer Laténezivilisation schon von Beginn der ersten Hälfte des IV. Jh. v.u.Z. sprechen kann. Dieses ist in Siebenbürgen den Kelten zu verdanken und in der Donaugegend den Süd­­thrakem zu verdanken. Die Dako-Geter werden aber von diesem Zeit­punkt nicht zu einer ausgesprochenen Laténekultur übergehn. Dieser Prozess ist aber sehr weitgehend und von langer Dauer. Er beginnt irgendwann in IV. Jh. und nach einer langen Herausbildungs-und Kris­tallisierungszeit kann er am Ende des II Jhs. v.u.Z. als beendet betrach­tet werden. Um die Zeit tritt die ganze dako-getische Zivilisation in die Etappe ihrer vollen Reife. Jetzt kann man von der Verallgemeinerung der Eisenwerkzeuge, der Töpferscheibe und sämtlicher bekannten Bes­timmungsmerkmale einer Laténezivilisation sprechen.

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