Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.

Texte

95 konnte es nicht hier wohenen und ging in die Welt, in aller Welt wandern. Der Junge vergass seine älteren Schwestern nicht und Uberlegte, sie irgendwie ei­nes Tages zu befreien. Als er nichts ahnend, Jung, erstaunt die Stadt verliess und seines Wegs ging, drehte er sich um, und da sah er, dass er einen Weg gemacht hat, so weit wie der Griff einer Axt. Er ging und ging und plötzlich erschien vor seinen Augen ein flammendes Feuer. Der Junge ging in Richtung des Feuers. Er kam in eines Haus. Darin wohnte eine alte Frau. Der Junge grüsste und trat ins Haus ein. Die alte Frau fragte den Jungen: "Woher kommst du, wes­sen Kind bist du, warum bist du hierher, ohne zu fragen, gekommen, du hast Glück, dass du grüssend hereingekommen bist, sonst hatte ich dich in zwei Teile zerrissen und dich in einem Happen geschluckt", sagte sie. Der Junge sagte: "Wenn du mich schlucken willst, dann schlucke mich, [107] ich bin in deiner Macht, ich bin dein, du aber sei mein." Als die alte Frau von diesem Kind solch schmeichelhafte Worte hörte, rief sie es zu sich, bot ihm Platz an, und der Junge erzählte alles, was mit ihm passiert war. Die alte Frau nahm diesen Jungen an Kindes Statt an und nahm ihn zu sich. Die alte Frau und der Junge begannen gemeinsam zu leben. Die alte Frau fragte den Jungen: "Mein Kind, wir leben gemeinsam, aber ich weiss deinen Namen nicht, wie heisst du?" Der Junge antwortete: "Ich heisse Alpam Schah." Es verging wenig oder viel Zeit, die sie miteinander verbrachten, als Alpam Schah erfuhr, dass die alte Frau die erste Zauberin in der Welt war. Eines Tages sagte das Mütterchen zu Alpam Schah: "Mein Kind, kannst du irgendein Handwerk?" Alpam Schah antwortete: "Nein, Mütterchen, ich kann kein Handwerk." Die alte Frau sagte: "Kein Mensch kann ohne ein Gewerbe in der Welt leben, lerne irgendein Handwerk." Alpam Schah begann bei der alten Frau ein Handwerk zu erlernen. Nach Verlauf von vielen Tagen gab die alte Frau eines Tages Alpam Schah einige Kälber und schickte ihn, sie auf der Wiese zu weiden. So liess Alpam Schah einen Stock und Peitsche in die Hand nehmen: "Mein Kind, weide vor­sichtig, lasse sie nicht entkommen, denn nachher können wir sie nicht fin­den." Alpam Schah machte sich mit den Kälbern nach der Weide auf den Weg, sie traten aus dem Tor hinaus und als sie eine beholzte Au erreichten, entschwanden die Kälber seinen Augen. Alpam Schah wusste nicht, was er tun soll, [108] er fiel in Verzweiflung und begann zu weinen. Da kam ein alter Mann zu ihm und fragte: "Hei, mein Kind, warum weinst du?" Alpam Schah antwortete: "Hei, Grossväterchen, ich habe sehr grossen Verlust erlitten, ich wohne bei einer alten Frau, sie hat mir ihre Kälber auvertraut, doch als ich hierher an dieses Gestrüpp mit ihnen gekommen bin, habe ich sie verloren." Der Alte sagte: " Weine nicht wegen Nichtigkeiten, ermüde nicht damit deine Augen, schau her, ich gebe dir einen Sack, wenn du diesen öffnest, siehst du alles darin, was du brauchst. Das sind keine Kälber, sondern Geister", mit diesen Worten verschwand er vor seinen Augen. Alpam Schah nahm den Sack und schaute hinein, dessen Innere war voller Geister. Sofort traten sie vor Alpam Schah und sagten: "Was befiehlst du?" "Ich brauche nichts anderes, ich habe sieben Kälber verloren, könnt ihr mir

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