Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.

Texte

77 sind. Die Reihe war jetzt an den Padischah und seinem Ministern. Der Bur­sche ritt hin und hieb zuerst mit einem Schwert auf den Drachen ein, auf einen Hieb schlug er fünfzehn Köpfe ab. Als er um sich schlug und kämpfte, wurde der Bursche am rechten Arm [84] verwundet. Der Padischah sah es, trat zu dem Burschen, nahm aus der Tasche ein Seidentuch und verband die Wunde des Burschen. Doch blieb keine Zeit, auch ein Wort mit dem Burschen zu tauschen, ihn etwas zu fragen. Sobald sein Arm verbunden war, begann er zu kämpfen, besiegte alle, der Bursche jedoch verschwand geschickt irgendwo­hin vor den Augen, Der Padischah sagte wieder: "Auch bei dieser Gelegenheit sah ich ihn nicht und konnte ihn nicht fragen", und er bedauerte es sehr und überlegte: "Wo werde ich hernach diesen Burschen wohl finden, wie werde ich mit ihm sprechen?" Der Bursche ging zurück zum Kehrichthaufen, liess das blaugraue Ross frei, spannte das räudige Pferd an und ging nach Hause, seine Frau kam ihm entgegen, sie fragten einander nach dem Wie und Was. Der Bursche meinte: "Jetzt reicht es für ein Haus, wenn es Allah gefällt, bauen wir ein Haus", und sie waren sehr vergnügt. Der Bursche ging ins Haus, ass und trank und sagte danach: "Ich bin sehr müde, die Zeit zur Ruhe ist angebrochen, ich werde mich niederlegen. Bevor nicht sieben Tage und sieben Nächte vorbei sind, wecke mich nicht", und er legte alle seine Kleider unter den Kopf, wickelte sich in den Kurzen Kaftan und legte sich zum Schlafen hin. Es verging nicht viel Zeit. Die Erde zitterte unter ihm, der Himmel dröhnte über ihm, mit Musik [85] und überlegenem Lächeln kehrte der Padi­schah in sein Schloss zurück. Seine Frau und die im Schloss zurückgebliebenen Menschen begrüssten ihn auch freudig. Essen, Trinken, Tanz, am Tage be­gannen die Feierlichkeiten, in der Nacht die Feste. Drei Tage waren vergangen, seit sich der Bursche niedergelegt hat, als der vierte Tag anbrach, drehte er sidh im Schlaf um und streckte den rechten Arm aus. Das Tuch, mit dem die Wunde verbunden war, hing heraus, das Mädchen erkannte es als das Tuch ihres Vaters und ging zu der Mutter, um ihr zu erzählen, was sie gesehen hat. Das Mädchen sagte: "Mutter, am Arm meines Mannes sah ich Vaters Tuch, woher hat er es?" Die Mutter hörte sie nicht bis Ende an, sondern begab sich rasch zum Padischah und sagte es ihm. Der Padischah glaubte es nicht, lief hin, schaute durchs Fenster hinein und als er sein eigenes Tuch sah und erkannte und auch seinen eingeschrieben en Namen sah, er fiel ohn­machtig hin. Man brachte den Padischah von hier weg und legte ihn nieder. Man wollte ihn fragen, doch der Padischah sprach nicht, wortlos liegt er ohne Besinnung. Da riefen sie Arzte und fragten, was geschehen ist. Der Arzt untersuchte den Padischah und sagte: "Hier ist dafür keine Arznei zu finden, wenn hier etwas hilft, so nur die Milch aus der rechten Brust des Smaragd-Vogels." Kaum haben sie diese Worte des Arztes vernommen, [86] sattelten die drei Schwiegersöhne die Pferde, um diese Arznei zu suchen. Zum Abschied sagte man ihnen: "Ihr begebt auch jetzt auf einen langen und gefahrvollen Weg, so ist das Schicksal, seid von uns gesegnet", mit diesen Worten verabschiedete

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