Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.
Texte
105 geworfen hast, kannst du [den See] aufhängen." Nach dieser Rede überkam den Kahlkopf die Lust: "Wenn du mit mir versuchen willst, dann geh zuerst in den Wald, dort lebt mein Grossvater, ringe mit ihm, wenn du ihn zu Boden geworfen hast, dann komm zu mir zurück." Der kleine Dämon ging in den Wald, [118] ihm entgegen kam ein Bär, packte ihn und schlug ihn solange, bis er im schwarzen Blut lag. Der kleine Dämon konnte sich kaum befreien, danach tauchte er in die Tiefe des Wassers und sagte seiner Mutter: "Noch gut, dass ich nicht mit ihm gerungen habe, er hatte mich bestimmt getötet, schon der alte gebeugte Vater hat mich so geschlagen, dass ich nur mit Schwierigkeit geflohen bin." Die Mutter: "Wenn es so ist, dann laufe mit ihm um die Wette... lass uns sehen!" Der Kahlkopf sagte: "Nicht ich, sondern mein kleiner Bruder, der im Schilf liegt, wird zuerst mit dir laufen, dann komme zu mir." Der kleine Dämon ging ins Schilf: "He, Brüderchen, komm heraus, lass uns um die Wette laufen!" rief er, aus dem Schilf kam ein Hase und begann zu laufen. Der kleine Dämon schrie ihm nach: "Steh, du! " und rannte hinter dem Hasen her. Der Hase lief noch schneller. Der kleine Dämon ermüdete und sagte seiner Mutter: "Nicht einmal den kleinen Bruder konnte ich einholen. " Da es auch so nicht gelungen ist, [119] sagte die Mutter, er soll eine sechzig Klafter sehwere bunte Stute hochheben und mit ihr dreimal um den See gehen. Als der kleine Dämon herausging und das sagte dem Kahlkopf, meinte der Kahlkopf: "Zuerst hebe du sie auf und gehe mit ihr, lass mich das ansehen." Der kleine Dämon hob sie empor und nachdem er eine Weile mit ihr herumgegangen ist, sagte der Kahlkopf: "Brüderchen, wenn du sie in der Luft tragen kannst, dann kann ich sie zwischen den Schenkeln gezwängt tragen", und er sprang auf die Stute und versetzte ihr zwei Schlage. Die Stute begann wütend zu galoppieren. Den kleinen Dämon tat die Stute sehr leid, dann begann er zu flehen und sagte, du wirst sie töten, und auf seine Bitte blieb der Kahlkopf stehen. Die Stute war von schneeweissem Schaum bedeckt. Der kleine Dämon ging zur Mutter: "Er geht nicht so mit ihr, dass er sie hochhebt, sondern zwängt sie zwischen die Schenkel und fliegt mit ihr. Wenn wir ihm nicht seinen Willen tun, dann wird er auch unseren See an den Himmel hangen, geben wir ihm soviel Gold, wieviel er wünscht." Die Mutter war einverstanden. Der kleine Dämon ging zum Kahlkopf: "Hänge unseren See nicht auf, wir geben dir soviel Gold, wieviel du willst", sagte er. Auch der Kahlokopf war einverstanden, [120] löste ihn von der Taille und hielt den Sack auf. Der kleine Dämon brachte das Gold und nachdem er das Füllen des Sackes beendet hatte, sagte der Kahlokopf: "Hilf mir jetzt, das nach Haus zu trangan."Als sie den Sack zu zweit trugen, sagte der kleine Dämon unterwegs zum Kahlkopf: "Den zu halten, ist eine Kleinigkeit!" Da hob er [der Kahlkopf] eine unter seinen Füssen tot liegende Krähe auf und hielt den Arm so in der Luft ausgebreitet, dass dieser es nicht sehen soll und zeigte ihm, "schau her, das habe ich gefangen". Der kleine Dämon sagte nachdenklich: "Man müsste sich