Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.

Texte

103 gerichtet und das Mädchen dem Burschen angetraut. Alpam Schah verheiratete seine Schwestern an andere Männer. Der Padischah übergab sein Reich Alpam Schah und stieg vom Thron ab. Schah Alpam wurde Padischah und der Ritter lebt noch heute glücklich mit seiner Frau. IV. DIE GESCHICHTE DES KAHLKOPFS [116] In alten Zeiten lebte ein alter Mann. Er hatte drei Söhne. Diese Söhne wollten nach dem Tode des Vaters den verbliebenen Besitz untereinander verteilen. Nachdem der älteste Bruder seine jüngeren Brüder ein wenig über den Kampf und das Fortkommen in der Welt aufgeklärt hat, sagte er: "Wenn das Pferd und der Wagen mein wären, würde ich dieses Gewerbe betreiben." Der zweite: "Wenn ihr mir die vom Vater verbliebene Schaufel geben würdet, dann hatte ich mein Teil." Als diese so teilen wollten, fragte der Kahlkopf: "Was lässt ihr mir?" Die älteren Brüder sagten: "Dir bleibt nur ein Bund Lindenbast." Der Kahlkopf war einverstanden und sagte: "Geht in Ordnung, statt zu faulenzen, werde ich einen Strick machen." Der älteste Bruder spannte das Pferd ein und ging seiner Arbeit nach. Auch der zweite machte sich mit der Schaufel in der Hand auf den Weg. Nachdem er lange gegangen ist, traf er einen sehr reichen Herrn. Dieser Herr scharte sein Getreide zusammen und schwang es. Als er die Schaufel in der Hand des Burschen sah, begann er mit ihm zu feilschen. Auf die Frage, "ver­langst du viel?" sagte der Bursche: "Wenn du mir soviel Weizen gibst, wieviel die Schaufel bedeckt, dann verkaufe ich sie. " Der Bursche und der Herr wurden sich einig, der Bursche begann singend [117] den Weizen zu schwingen. Doch den geschwungenen Weizen begann er an eine besondere Stelle zu häufen. Als der Herr den aufgehäuften Weizen sah, sagte er: "Diese Schaufel kommt mich teuer zu stehen." Der Bursche sagte: "Ich habe sie dir gewiss nicht aufgezwungen. " Der Bursche beendete das Weizenschwingen und machte sich Sorgen, wie er ihn nach Hause bringen soll. Da fuhr zum Glück sein älterer Bruder auf einem nahen Weg mit Pferd und Wagen gerade nach Hause. Er rief den Bruder, sie luden den Weizen auf den Wagen und fuhren nach Hause. Bei diesem Anblick liess der Herr einen Pfiff hören. Als diese nach Hause kamen, rügten sie den Kahlkopf: "Wir schuften, du aber liegst nur!" Da packte der Kahlkopf den ihm zugeteilten Lindenbast, ging an ein Seeufer und begann unter einem Baum zu flechten. Nach kurzer Zeit kam aus dem Wasser ein Dämonenkind heraus und fragte den Kahlkopf: "Onkel, was machst du? Darauf der Kahlkopf: "Ich hänge den See an den Himmel an." Der kleine Dämon sagte: "Zuerst ringe mit mir, und dann, wenn du mich zu Boden

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