May István: Die Briefe von Antal Reguly an A. A. Kunik, 1845–1855 (A MTAK közleményei 25. Budapest, 1990)
Regulys deutscher Sprachgebrauch in der Briefen an A. A. Kunik
REGULYS DEUTSCHER SPRACHGEBRAUCH IN DEN BRIEFEN AN A.A. KUNIK "Die zweite Gruppe seiner unveröffentlichten Manuskripte bilden Regulys Briefe. Grösstenteils sind sie in der Handschriftenabteilung der UAW zu finden. Ich stiess aber auf solche auch in den Archiven von Helsinki und es ist mit gutem Grund anzunehmen, dass unsere Nachforschungen in Leningrad auch nicht ohne Erfolg waren. Teils hat er sie nach Hause (an seine Eltern, seine Professoren 1, an Franz Toldy usw.), teils an Wissenschaftler im Ausland geschrieben. Regulys berühmte Beziehung zu Baer würde eine ganze Studie verdienen. Auch seine Berichte über seine Reise im Ural-Gebiet und seine Meldungen den peterburgischen und ungarischen Akademien zugesandt, sind bedeutend." 2 Die Korrespondenz zwischen Reguly und seinem Freund dem Phüologen A. A. Kunik, die in dem Staatsarchiv von Leningrad aufbewahrt ist, beweist die Richtigkeit der Vermutungen von Bertalan Korompay. Nach langjähriger und ausdauernder Arbeit von Istvän May kann dieser mangelersetzende Band erscheinen. Die hier in origineller Form (die Fehler und Mangel treu wiederspiegelnd) und in ungarischer Übersetzung erschienende bisher unveröffentlichte, sogar unbekannte Korrespondenz ermöglicht einen unmittelbaren, oft persönlichen Einblick in die im Regulys Leben aktivste, seine ganze Laufbahn genommen wertvollste Periode. Um die Gestalt und Tätigkeit des Sprachwissenschaftlers und reisenden Forschers der finnisch-ugrischen vergleichenden Sprachwissenschaft versammeln sich unzählige Vermutungen, Fragezeichen, mit Tadel gemischte Erwartungen eben deswegen, weil die im sich selber verzehrenden-Tempo, mit der fieberhaften Selbstbildung parallel geführte geographische, ethnographische, anthropologische und vor allem linguistische Forschungen von sieben und halb Jahren schienen gering zu sein für irgendeine Bearbeitung, Systematisierung der riesigen Sammlung, geschweige von dem Abzug der Schlussfolgerungen, die die Frage der Sprachverwandschaft beruhigend entscheiden hätten können. Wie stark diese Fragen in Form von Erwartungen an den jungen Wissenschaftler gerichtet waren, stellt es sich aus den gelegentlich ungeduldigen, von der Ungarischen Akademie der Wissenschaften an Reguly adressierten Briefen heraus, die das Gewicht der Forderang kaum einzuschätzen vermochten und viel öfters versandt wurden als die zu der bewegten Forschungsarbeit unerlässliche-materielle Unterstützung. Reguly hat seine Briefe, Tagebücher und viele seiner anderen Schriften in deutscher Sprache geschrieben. Der aus gebildeter Klosterumgebung (Zirc) stammende junge Jurist hat am liebsten diese Sprache gebraucht, obwohl, wie wir bereit wissen, hat er die finnische, schwedische, rassische, estnische und lappische Sprachen beherrscht, bewegte sich heimisch in zahlreichen Dialekten der erwähnten Sprachen und verfügte natürlich über gediegenen Kenntnisse auf dem Gebiet der erforschten ob-ugrischen