May István: Die Briefe von Antal Reguly an A. A. Kunik, 1845–1855 (A MTAK közleményei 25. Budapest, 1990)

Die Briefe Regulys an A. A. Kunik

45 10. Freiwaldau d. 9 Juni 1847. Mein verehrtesster und liebster Freund! Deine drei briefe die ich nach einander bekommen habe, waren beinahe der ein­zige genuss, den ich die lezte zeit gehabt habe, es sind beinahe 4 wochen, dass Priessniz (!) meine kur verstärkt hat, und seit dem fühle ich mich fortwährend sehr leidend, etli­che mahl erreichte die aufregung so ein (!) hohen grad, dass ich dachte ich halte es nicht aus weiter, und bat Priessnitz er möchte mich wieder auf meine frühere kur zurückset­zen. Doch blieb er bei seiner Verordnung. - Ich kann Dir gar nicht mehr schreiben, denn ich bin zu angegriffen. Ich werde Dich hier erwarten und wenn Du auch ende Juli (neuen Styls) hier eintriffst - oder auch später überhaupt ich werde nicht abreisen bevor wir uns hier nicht gesehen haben, wenn es nicht bis in August geht. Meine wohnung ist auf der Freiheit N r o 78, sie ist recht geräumig und als einem reisen­den wird sie Dir genug Bequemlichkeit darbieten können. So steige dann hier und nicht im Gasthaus ab. Dass deine Gesundheit gut ist freut mich von Herzen, ich beneide dich und die Kraft, mit der Du deine arbeiten führst. Uber ein frisches geistiges leben geht doch nichts auf der Welt. Dein treuer Reguly Wie steht es mit meiner karte? Wirst Du mir etliche exemplare mit bringen? von Koppen wollte ich die nördliche hälfte seiner ethnographischen karte Russlands haben. - bis in die geographische Breite von Dorpat, Moskau, Simbirsk, und Ekaterin­burg oder wenigstens nur das Gebiet zwischen der Petschora und dem Ob, damit ich darauf die Route meiner Reisen, die man in Ungarn haben will - anzeigen kann. (sie ist in kleinem masstabe und [nicht] darum für den garanten Zweck ganz entsprechend.) Ich esse die dritte woche schon nichts als milch und leichtes brot, und doch ertrage ich nur schwer die aufregung. Schreibe mir bevor Du Petersburg verlasst. (!) Grüsse alle. Baer wird vermuthlich nicht mehr reisen. Von M. Parlant ist das sehr herzlich. 25. Freiwaldau 27. Juni 1847. Mein theuerster Freund! Deinen lezten Brief bekam ich den 23 e n und tag darauf einen brief aus Zittau von Blum mit einer kleinen einlage von Dir. Ich habe in folge dessen noch denselben tag an Felitz (oder wie Blum schreibt Vielitz) 10 thaler abgeschickt, die schuld betragt

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