Náday Károly–Sáfrán Györgyi: Történeti kutatások Kufsteinban. Czuczor Gergely rabsága (A MTAK közleményei 14. Budapest, 1984

Képek

144 Ein ergreifendes Dokument der Freilassung Czuczor' s ist der von der Fa­milie Ferenc Toldy an ihn gerichteter, in Reimen geschriebener Brief, der mit den folgenden Worten endet: "Die Nation wartet auf Dich, die Heimat und alle guten Freunde, Aber Niemand erwartet Dich sehnlicher als die treue Familie." Alle neun Mitglieder der Familie unterschrieben diesen Brief. Für die Freilassung hat tatsáchlich Ferenc Toldy das meiste geleistet. Bevor Czuczor den Festungskerker verliess, trat er mit einer überraschenden Bitté an seinem Profoss heran. Er bat seine Fesseln mitnehmen zu dürfen. Die er­wartende Antwort war: "Seien Sie froh, dass Sie davon befreit wurden." Czuczor aber erklárte; "Ich möchte sie zur Erinnerung einer gutherzigen Frau geben." Aber die Fesseln gehörten dem Árar und der Profoss musste damit verrechnen, zuletzt hat Czuczor doch mit Geld die Fesseln bekommen. Als seinen Dank schenkte Czuczor diese dann der Frau von Ferenc Toldy. Frau Toldy verwahrte mit Ehrfurcht die Fesseln bis zum Tode von Czuczor und nach dem Tode ihres Gatten bis zu ihrem Lebensabend — sie wusste, dass solche Erinnerungen in eine öffentliche Sammlung gehören — so schenkte sie die Fesseln der Reliquien-Sammlung der Kisfaludy-Ge­sellschaft. Die Geschichte von Czuczors Fesseln aus Kufstein kennen wir aus dem schon vorher genannten Buch "Irodalmi emlékek" (Budapest 1907) von Károly Vadnay, unter dem Titel: "Czuczor's Stráflingsketten." Die Fessel ist heute in der Handschriftensammlung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften aufbewahrt. Nach seinem Rückkehr nach Pest nahm Czuczor — den Angaben der Protokolle der Akademie entsprechend — am 14. Márz 1851. an der amtlichen Zusammenkunft teil und zwar an der "kleinen Sitzung" der Naturwissenschaftlichen Klasse, wo — offensichtlich zu seiner Ehrung — auch 13 Mitglieder der Akademie erschienen sind. Nach zwei Tagén, am 16.Márz,wurde er im Kreise von Freunden — an der Spitze mit Vörösmarty — an der Sitzung der Klasse für Sprach und Schönwissen­schaften begrüsst. Seinen ersten akademischen Vortrag hielt er am 13.Márz 1852. unter dem Titel: Über die Prinzipen der ungarischen Wortdeutung und Wortanalyse, Die folgenden Jahren benützte er für die Arbeiten am Ungarischen Wörterbuch. Der I.Band erschien im Jahre 1862.der II. und III.in den Jahren 1846-65. "Mitten in seiner Arbeit am IV.Band am 9.September 1866, wurde er nach wenigen qual­vollen Stunden durch die östliche Cholera von uns weggerafft", führte Ferenc Toldy am 21.Márz 1868 in seiner akademischen Gedenkrede an. Weiters würdigte er die schönliterarischen und sprachwissenschaftlichen Arbeiten Czuczors, er erinnerte sich an seine Gefangenschaft und sprach von seinen zwei bedeutenden Fürsprechern die fest neben ihm standén: "...Dank für die menschenfreundlichen Fürsprecher... unsere ehemalige Frau Palatin Maria Dorothe! und Du, das Musterbild der mánn­lichen Tugend, der Heimat- und Menschenliebe, Josef Teleki!" Dass für Czuczor, Franz Toldy das meiste tat, dass wussten die Anwesenden und das weiss auch die Nachwelt aus den Gnadengesuchen, die Toldy in Namen von anderen verfasste, aus den Briefen von Toldy und aus den Aufzeichnungen. Er be­suchte seinen Freund, erledigte seine beschwerlichen Angelegenheiten, schickte

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